„Ballermann am Fischtor“: Marktfrühstück erneut in Kritik

Schon wieder Ärger um das Marktfrühstück: Im Mainzer Stadtrat war in Zusammenhang mit dem Event jetzt vom „Ballermann am Fischtor“ die Rede. Tut die Stadt zu wenig, um die Auswüchse der Veranstaltung abzustellen?

„Ballermann am Fischtor“: Marktfrühstück erneut in Kritik

Neue Runde im Streit um die Auswüchse des Mainzer Marktfrühstücks: In der Stadtratssitzung am Mittwoch war das Altstadt-Event erneut Grund für hitzige Diskussionen. Zuletzt hatten Anwohner und Ladenbetreiber berichtet, dass nicht nur Müll und Scherben zurückgelassen würden, sondern auch Betrunkene an Hauswände und Hinterhöfe urinieren. Außerdem beschwerten sich Ladenbesitzer über ausbleibende Kundschaft und hohe Umsatzrückgänge an den Wochenenden. Demnach, so die Argumentation der Geschäftsinhaber, würden viele Menschen die Innenstadt wegen des ausufernden Marktfrühstücks meiden. Die Ladenbesitzer wollten deswegen die Veranstalter, die Mainzer Winzer, sogar verklagen (wir berichteten).

Der Mainzer FDP-Fraktionsvorsitzende David Dietz findet, dass die „Entwicklung der Massenveranstaltung“ zum „Problem“ geworden sei. Für seine Partei fragte er nun im Stadtrat nach, was zuletzt unternommen wurde, um diese Probleme zu beheben. Wie Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) angibt, habe man umgehend nach Eingang der Beschwerden gemeinsam mit den Mainzer Winzern Maßnahmen zur Verbesserung der Situation entwickelt. Darunter seien zum Beispiel ein früheres Ausschankende oder die Entzerrung des Ausschankes von anfänglich drei auf zwei weitere Standorte. Zudem habe der Veranstalter einen professionellen Veranstaltungsleiter mit beauftragt.

Die Stadtverwaltung, so Matz, könne helfen, das Ganze zu koordinieren und zu planen. „Hierzu zählen insbesondere die wöchentlichen Kontrollen des Zentralen Vollzugs- und Ermittlungsdienstes sowie vor allem zu Beginn des Marktfrühstücks die Unterstützung vor Ort durch Mitarbeiter:innen der Gaststättenbehörde“, führt Matz an. Darüber hinaus habe zuletzt ein runder Tisch unter Beteiligung von Gastronomen, Gewerbetreibenden, den Mainzer Winzern, dem Ortsbeirat Altstadt und der Verwaltung stattgefunden.

Tut die Stadt Mainz zu wenig?

Mit den Einlassungen Matz’ zeigte sich Dietz nun aber nicht zufrieden. So werde vom Marktfrühstück vielerorts bereits vom „Ballermann am Fischtor“ gesprochen, sagte der FDP-Politiker. Die Stadt müsse das Problem nun einmal ernsthaft angehen. Immer nur Schritte zu „prüfen“, reiche nicht aus. Ähnlich sieht es Stadtratsmitglied Ansgar Helm-Becker (Grüne). Die Stadt solle beim Marktfrühstück nicht immer nur beschwichtigen oder Probleme unter den Tisch kehren. Dabei spielte Helm-Becker auch darauf an, dass die Stadt angebe, dass die Besucherzahlen während der Saison sukzessive zurückgehen würden und damit auch die Probleme.

Dass sich in den letzten Jahren recht wenig getan habe an den Zuständen auf dem Marktfrühstück versuchte auch der Ortsvorsteher der Mainzer Altstadt, Brian Huck (Grüne), zu verdeutlichen. Er zitierte Nachrichtenschlagzeilen aus den zurückliegenden sieben Jahren zum Marktfrühstück, die denen der aktuellen Berichterstattung recht ähnlich waren. Auch er warb dafür, die Probleme nachhaltig zu beheben.

Ob die von der Stadt Mainz eingeführten Maßnahmen nun greifen, wird sich auf dem Marktfrühstück am Samstag zeigen. Zuletzt musste das Event wegen Demonstrationen in der Innenstadt abgesagt werden (wir berichteten). Doch auch nach der Veranstaltung am Wochenende werden die Diskussionen um das Marktfrühstück wohl nicht abreißen.

Logo