Nach Herzinfarkt im Kino: Frau sucht ihren Schutzengel

Eine ältere Frau erleidet im Kino einen schweren Herzinfarkt. Dank des schnellen Eingreifens eines Rettungsassistenten, der zufällig mit seinem Sohn im Kino ist, kann die Dame gerettet werden. Nun sucht sie ihren Schutzengel.

Nach Herzinfarkt im Kino: Frau sucht ihren Schutzengel

Als wir Frau Witthuhn, eine ältere Dame aus Mainz, am Telefon erreichen, ist sie gerade in der Reha in Bad Dürkheim. Viel lieber wäre sie nun zu Hause in Mainz - doch dass sie überhaupt noch am Leben ist, verdankt sie einem jungen Mann und einer zufälligen Begegnung in einem Kino. Was war passiert?

Am Mittwoch vor zwei Wochen ging Frau Witthuhn mit ihrem Enkel, der gerade Schulferien hatte, mittags ins Cinestar in der Holzhofstraße. Vom Film sahen sie nicht eine Sekunde, denn im oberen Foyer wurde es der Frau plötzlich unwohl.

„Ich hatte Angst, auf der Toilette ohnmächtig zu werden und von niemandem gefunden zu werden.“

„Ich bekam einen Schweißausbruch, konnte nur noch schwer atmen und wollte die Toilette aufsuchen, um mich dort mit kaltem Wasser zu kühlen“, erzählt sie. Zu diesem Zeitpunkt sei der obere Gebäudeteil nahezu menschenleer gewesen. „Ich hatte Angst, auf der Toilette ohnmächtig zu werden und von niemandem gefunden zu werden.“

Der Schutzengel

Im Foyer vor den Kinosälen setzte sie sich auf einen Sessel. „Glücklicherweise lief ein Ehepaar auf mich zu und so konnte ich die Beiden um Hilfe bitten“, erinnert sie sich. Das Paar verständigte umgehend einen Mitarbeiter des Cinestar-Kinos. „Der Kinomitarbeiter hat sich sehr freundlich um mich gekümmert und gesagt, er wolle sofort Hilfe holen“, erzählt die Frau. Was dann passierte, daran kann sie sich nicht mehr genau erinnern. Ihre Vermutung: „Der Mitarbeiter muss über die Lautsprecher im Kino einen Arzt oder Sanitäter ausgerufen haben.“ Denn eine „gefühlte Minute später“ stand plötzlich ein junger Mann mit seinem Sohn vor der älteren Dame, der sich als Rettungsassistent vorstellte.

„Der Mann hat meinen Blutdruck gemessen und mir gesagt, ich könnte einen Herzinfarkt erlitten haben“, erzählt Witthuhn. Dann habe er gefragt, ob sie einverstanden sei, wenn er einen Notarzt hinzurufen würde. „Ich habe zugestimmt und ehe ich mich versah, wurde ich im Krankenhaus behandelt“, erinnert sie sich.

„Ich erlitt einen der schwerstmöglichen Herzinfarkte: einen Hinterwandinfarkt“

Frau Witthuhn hatte großes Glück. Wie sich herausstellte, erlitt sie tatsächlich einen Herzinfarkt. Durch das rasche Eingreifen des Ersthelfers überlebte sie den Infarkt und befindet sich nun in der Reha in Bad Dürkheim. „Die Ärzte sagten mir, der Mann sei mein Schutzengel gewesen. Ich erlitt einen der schwerstmöglichen Herzinfarkte: einen Hinterwandinfarkt“, erzählt sie.

Am vergangenen Wochenende postete die Mainzerin Ursula - eine Nachbarin der Seniorin - einen vielbeachteten Text in die Facebook-Gruppe „free your craft Mainz“. Ursula schrieb: „Gesucht: der nette junge Mann, der Mittwoch im Cinestar mit seinem Sohn war und meine liebe Nachbarin kompetent und fürsorglich betreut hat bis die Sanitäter da waren.“ Auf den Beitrag reagierten über 151 Gruppenmitglieder mit Likes und Kommentaren, doch der Ersthelfer konnte bisher noch nicht ausfindig gemacht werden. Es sei ihr ein großes Anliegen, sich bei ihrem Lebensretter zu bedanken, erzählt Frau Witthuhn. Sie hofft, ihren Schutzengel noch einmal wiederzusehen.

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