Unbekannte schänden neue Gedenkstele in Mainz

Erst vor wenigen Wochen wurde eine neue Stele in Mainz aufgestellt, die der im Nationalsozialismus verfolgten LSBTIQ-Community gedenken soll. Jetzt wurde sie geschändet.

Unbekannte schänden neue Gedenkstele in Mainz

Die kürzlich von der Stadt Mainz am Ernst-Ludwig-Platz aufgestellte Stele, mit der der in der Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit verfolgten LSBTIQ-Community gedacht werden soll, ist mit Graffiti beschmiert worden. Das macht die SPD Mainz mit einem Twitter-Post bekannt. „Wir verurteilen dies und hoffen, dass der oder die Täter:innen gefasst werden“, heißt es in dem Post.

Auf Anfrage von Merkurist bestätigt die Stadt Mainz den Vorfall. Wie Pressesprecher Ralf Peterhanwahr sagt, habe man bereits eine Spezialfirma beauftragt, die Graffiti rasch zu entfernen. „Wir wollen ein klares Signal setzen, dass wir das in Mainz nicht einfach hinnehmen.“ Ferner habe die Stadt bei der Polizei auch schon Anzeige gegen Unbekannt gestellt, so Peterhanwahr. Am Freitag sollen die Schmierereien dann entfernt werden. Vermutlich sei die Stele in der Nacht auf Donnerstag beschmiert worden.

Auch die Bar jeder Sicht, Kultur- und Kommunikationszentrum für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Intersexuelle, äußerte sich am Donnerstag dazu. „Wir sind fassungslos, wütend und sehr sehr traurig! Umso wichtiger, dass es diese Stele gibt“, heißt es in einem Instagram-Post. „Wir sehen uns Sonntag bei der Sommerschwüle und kämpfen jetzt erst recht für unsere Sichtbarkeit, unsere Rechte und Anerkennung!“

Die Gedenkstele ist die erste Stele in Deutschland, mit der allen Opfern mit LSBTIQ-Hintergrund gedacht wird. Sie hebt die Erinnerung an ihr Leiden und Sterben hervor und spricht dieses deutlich aus. Wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) bei der Enthüllung der Stele Ende Juli sagte, ermahne die Stele uns zugleich, dass in vielen Ländern der Welt die Verfolgung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität, die von der Norm abweicht, weiter existiert. „Leider auch mitten in Europa. Dem werden wir uns weiterhin mit klaren Worten entschieden entgegensetzen.“

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