Gedenkstele für Nazi-Opfer mit Hakenkreuzen beschmiert

Mit Permanent-Marker wurde die LSBTIQ-Passage durchgestrichen

Gedenkstele für Nazi-Opfer mit Hakenkreuzen beschmiert

Die LSBTIQ-Gedenkstele auf dem Ernst-Ludwig-Platz ist mit zwei Hakenkreuzen beschmiert worden. Dabei wurde die Passage „Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente, Intergeschlechtliche und Queere“ durchgestrichen. Das meldet die Polizei Mainz.

Demnach hat ein 51-Jähriger Mainzer zunächst mit schwarzem Permanent-Marker ein schwarzes Hakenkreuz auf die Inschrift der Stele geschmiert und zusätzlich mit gelber Sprühfarbe ein weiteres, jedoch unvollständiges Hakenkreuz aufgebracht. Zeugen konnten die Tat beobachten. Kurz darauf wurde der Täter von zivilen Polizeikräften festgenommen. Den Mann erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung. Die Stadt Mainz verurteilt die Tat und stellt nun Strafanzeige gegen den Täter.

Die Stele wurde bereits im August 2021 mit roter Farbe beschmiert (wir berichteten). Laut Polizei laufen die Ermittlungen zum damaligen Täter noch.

Hintergrund:

Die Gedenkstele ist die erste Stele in Deutschland, mit der allen Opfern mit LSBTIQ-Hintergrund gedacht wird. Sie hebt die Erinnerung an ihr Leiden und Sterben hervor und spricht dieses deutlich aus. Wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) bei der Enthüllung der Stele Ende Juli 2021 sagte, ermahne die Stele uns zugleich, dass in vielen Ländern der Welt die Verfolgung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität, die von der Norm abweicht, weiter existiert. „Leider auch mitten in Europa. Dem werden wir uns weiterhin mit klaren Worten entschieden entgegensetzen.“

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