Wie verläuft eigentlich die Grippewelle in Mainz und Umgebung?

Wegen des Coronavirus werden Großveranstaltungen abgesagt und Menschen stehen unter Quarantäne. Viele fragen sich, ob das im Angesicht der Grippewelle übertrieben oder gerechtfertigt ist.

Wie verläuft eigentlich die Grippewelle in Mainz und Umgebung?

Der Ausbruch des neuen Coronavirus (Sars-CoV-2) hat in den vergangenen Wochen für viele Schlagzeilen gesorgt. Zur selben Zeit wurden jedoch auch Fragen nach den Auswirkungen der jährlichen Grippewelle lauter. Merkurist hat unter anderem beim Gesundheitsamt Mainz-Bingen nachgefragt, wie der aktuelle Stand bei den Influenza-Erkrankungen ist.

Die aktuelle Grippewelle in Deutschland begann laut Robert-Koch-Institut (RKI) in der zweiten Kalenderwoche 2020. Laut dessen Bericht wurden vergangene Woche deutschlandweit 18.862 Influenza-Fälle bestätigt, seit Oktober vergangenen Jahres kam es insgesamt zu etwas mehr als 119.000 Fällen. Außerdem gab es 202 Todesfälle in Deutschland. Die große Mehrheit (87 Prozent) der gestorbenen Patienten war 60 Jahre oder älter. Im Landkreis Mainz-Bingen und in der Stadt Mainz wurden seit Jahresbeginn insgesamt 734 Fälle dem Gesundheitsamt gemeldet, Todesfälle gab es bislang keine (Stand: 13. März).

Zunahme von spontanen Influenza-Impfungen

Es sei schwierig, die Situation der Influenza-Erkrankungen anhand von der Patientenanzahl in der Arztpraxis festzustellen, so eine Arzthelferin aus Mainz. „Die Symptome einer Influenza und eines grippalen Infekts sind nahezu dieselben. Zudem ist die Dunkelziffer der Erkrankten so hoch, dass man keine genaue Aussage dazu treffen kann.“ Bei der Influenza bedürfe es eines Tests, um die Krankheit festzustellen, der jedoch nicht immer gemacht werde. „Müsste ich schätzen, wie viele Patienten wegen eines grippalen Infekts zu uns kommen, so würde ich etwa 50 Patienten am Tag sagen. Manchmal auch bis zu 100“, so der Allgemeinmediziner Dr. Jochen Wolf. „Aufgrund der aufkommenden Panik natürlich vermehrt als vorher.“

Durch die aktuelle Situation gebe es ebenfalls eine Zunahme von spontanen Influenza-Impfungen. Wie sinnvoll das ist, sei fraglich, da der Impfstoff nicht zu 100 Prozent wirke. „Generell ist es sinnvoll, sich impfen zu lassen - jedoch nur wenn es auch regelmäßig gemacht wird. Vor allem wenn es zum Thema Herdenschutz kommt, ist es wichtig, Menschen zu schützen, die sich selbst nicht impfen können“, so der Arzt.

Um sich vor der Grippe oder einem Infekt zu schützen, heiße es auch weiterhin: Hände waschen, soziale Kontakte und Großveranstaltungen möglichst vermeiden und Stoßlüften. (pk/df)

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