Mehrere Mainzer Obdachlose gestorben

Armenarzt Trabert fordert mehr Mittel zur Armutsbekämpfung

Mehrere Mainzer Obdachlose gestorben

In den vergangenen Wochen sind drei wohnungslose Menschen in Mainz gestorben. Das teilt der Mainzer Armenarzt Dr. Gerhard Trabert auf seiner Facebookseite mit. Zwei von ihnen seien Mainzer Bürger gewesen.

Teilweise habe Trabert die Menschen seit 15 Jahren gekannt. Für Frank, ein in der Stadt sehr bekannter Obdachloser, fand vor einigen Tagen ein Gedenkgottesdienst in der Augustinerkirche in der Mainzer Altstadt statt. Frank hatte viele Jahre lang gemeinsam mit seinem Freund Peter vor dem Eingang der Kirche gesessen. Unter dem Post von Trabert sprechen zahlreiche Menschen ihr Beileid aus. „Wir werden alle drei in Erinnerung behalten und nicht vergessen“, schreibt der Arzt.

„Schwere Waffen“ zur Armutsbekämpfung nötig

Gleichzeitig warnt der Vorsitzende des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland“ vor zunehmender Armut in einer reichen Gesellschaft. In einem Gespräch mit dem Nachrichtensender Phoenix weist er darauf hin, dass sich immer weniger Menschen etwas leisten könnten, unter anderem wegen der Inflation und dem Krieg in der Ukraine – und dass zu wenig dagegen getan werde. Und er fordert, dass „schwere Waffen“ zur Armutsbekämpfung sowie zur Bekämpfung von sozialer Ungerechtigkeit eingesetzt werden. Dazu zähle, den Hartz IV Satz um 200 Euro monatlich zu erhöhen, ebenso sollen die Einkommenssteuer erhöht und eine Vermögenssteuer sowie eine Übergewinnsteuer eingeführt werden. Außerdem wünsche sich Trabert eine Bürgerkrankenversicherung, höhere Bafög-Leistungen und eine Mietpreisdeckelung.

„Gendergerechtigkeit, wahre Bildungschancengleichheit, Verhinderung von insbesondere Kinder- und Altersarmut, verbesserte Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung von Pflegekräften, Hebammen, Sozialarbeiter*innen, Grundschullehrer*innen, Erzieher*innen – ich wünsche mir, dass der soziale Frieden im Inneren unserer Gesellschaft bewahrt und stabilisiert wird“, erklärt Trabert.

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