Warum das Marktfrühstück so beliebt ist

Das Mainzer Marktfrühstück gibt es mittlerweile seit mehr als 25 Jahren. Für viele Mainzer gehört das Treffen auf dem Liebfrauenplatz fest zum Wochenende dazu. Doch wer hat das Marktfrühstück eigentlich erfunden?

Warum das Marktfrühstück so beliebt ist

Am kommenden Samstag (23.März) startet das Mainzer Marktfrühstück in die neue Saison. Über die Jahre hinweg hat sich der Treff am Samstagmorgen auf dem Liebfrauenplatz zu einem festen Event in der Stadt entwickelt. Am liebsten bei Sonnenschein genießen die Besucher dann wieder Weck, Worscht und Woi. Doch das war nicht immer so. Denn angefangen hatte alles mit Erbsensuppe und Bier.

Wie alles begann

Ins Leben gerufen wurde das Marktfrühstück 1993 von Klaus Staudt und Klaus Busch. Die beiden waren in den 90er Jahren Abteilungs- und Amtsleiter des Mainzer Ordnungsamtes. Damals habe das Marktfrühstück noch als Thementag mit jungen Künstlern stattgefunden, so Horst Hünerkopf, Ehrenmitglied der Mainzer Winzer.

Damals servierte Klaus Rupp, der Wirt des Gasthauses Specht, Bier und Erbsensuppe. Den heute typischen Weinausschank gibt es erst seit dem 24. April 1999. In diesem Jahr wurde das Konzept für das Marktfrühstück verändert. „Die Idee war, das Frühstück nicht mehr mit Bier zu veranstalten, sondern den Mainzer Wein in den Vordergrund zu stellen. Dabei gab es auch viele Widerstände und Diskussionen, aber am Ende konnte ich alle vom Marktfrühstück überzeugen“, so Hühnerkopf.

Das Marktfrühstück ist seitdem die Aufgabe der „Mainzer Winzer“. „Weck, Worscht und Woi sind übrigens eine alte Mainzer Tradition, bei der die Besucher ihre Vesper mitbringen und lediglich die Getränke kaufen müssen“, sagt Hünerkopf. Ganz zu Beginn sei das Marktfrühstück aber nicht rentabel gewesen. „Hier war es sogar so, dass wir fast noch etwas drauflegen mussten“, so Hünerkopf. Mittlerweile schreibe man schwarze Zahlen und es bleibe trotz hoher Kosten für Personal, Sicherheit und Equipment ein kleiner Gewinn übrig.

Erfolgsgeschichte Mainzer Marktfrühstück

Heute ist das Marktfrühstück aus dem Mainzer Lebensstil nicht mehr wegzudenken. Im wöchentlichen Wechsel betreiben es die 26 Mitglieder des Vereins der Mainzer Winzer.Besonders im letzten Jahr hatte die Veranstaltung viele Besucher. „Gerade an den ersten Samstagen im Jahr 2018 waren es 5000 bis 7000 Besucher “, so Hünerkopf. Besucher kämen sogar von weit her, um das Marktfrühstück mitzuerleben.

Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz erklärt den Grund für den Erfolg: „Hier kann man jeden Samstag erleben, was Mainz ausmacht: Geselligkeit, Fröhlichkeit, Lebensfreude, Offenheit, Toleranz, Leckereien und guten Wein. Man kommt ungezwungen zusammen, trifft Freunde und Bekannte, genießt das Leben und leckeren Wein von unseren Winzern.“

Doch bei tausenden Besuchern kann es auf dem Liebfrauenplatz auch eng werden. Deshalb gibt es seit dem letzten Jahr ein neues Sicherheitssystem. „Es wurde ein Veranstaltungsleiter und eine Security-Firma organisiert, die für die Sicherheit der Besucher und der Marktbetreiber sorgen sollen, so Hünerkopf.“ Insgesamt gesehen hielten sich die negativen Auswirkungen in Grenzen.

Dennoch habe das Marktfrühstück hauptsächlich positive Auswirkungen auf die Mainzer Wirtschaft, sagt Wirtschaftsdezernentin Matz. Davon profitierten sowohl die Marktbeschicker, als auch der Einzelhandel und die Gastronomiebetriebe. Nicht ohne Grund sei das Marktfrühstück in Mainz deshalb ein so großer Publikumsmagnet. „Es drückt speziell die Mainzer Lebensart gut aus: Sich mit einem Glas Wein hinzusetzten und die gute Gesellschaft zu genießen“, erklärt Horst Hünerkopf von den Mainzer Winzern.

Das Marktfrühstück startet am kommenden Samstag (23.März) um 9 Uhr, ausgeschenkt wird bis um 16 Uhr. Am Rheinufer auf Höhe des Rathauses wird von 11 bis 21 Uhr ebenfalls Wein ausgeschenkt.

(mm)

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