Nach umstrittener App-Werbung: KFC gibt Statement ab

Unternehmen entschuldigt sich für „unsensible und inakzeptable Nachricht“ zur Reichspogromnacht

Nach umstrittener App-Werbung: KFC gibt Statement ab

Nach einer schiefgelaufenen Werbeaktion in seiner App hat Kentucky Fried Chicken (KFC) nun ein offizielles Statement abgegeben. Am Mittwoch hatte das Unternehmen eine Push-Benachrichtigung verschickt, die mit einem Sonderangebot explizit zum Gedenktag an die Reichspogromnacht warb – und damit für Kritik und Spekulationen gesorgt.

Diskussion um Werbeaktion

„Mehr Cheese“ zur Reichspogromnacht – über diese Push-Benachrichtigung wunderten sich wohl so einige Nutzer der KFC-App. In einer zweiten Push-Nachricht korrigierte das Unternehmen den Fehltritt kurz darauf und nannte einen „Fehler im System“ als Ursache. Was genau jedoch hinter diesem Systemfehler steckte, darüber spekulierten auch einige Merkurist-Leser.

Einige vermuteten politische Beweggründe oder unterstellten dem Unternehmen gar eine rechte Gesinnung. Manche fühlten sich durch die Aktion in ihrer Entscheidung bestärkt, die Fast-Food-Kette nicht zu besuchen, oder verlangten weitere Wiedergutmachungsschritte vonseiten des Unternehmens. Andere wiederum konnten die Aufregung nicht nachvollziehen und hielten die bereits erfolgte Entschuldigung per Push-Nachricht für ausreichend.

Ein Leser wies auf die Überschneidung mit einem anderen Jahrestag hin: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass da jemand den Mauerfall verwechselt hat. So nach dem Motto ‘Hey, sag dem Praktikant, er soll morgen was zum Ereignis machen.’ Ouch.“ Als am treffendsten hat sich jedoch die Theorie eines anderen Lesers zu einem fehlerhaften Feiertagsalgorithmus herausgestellt.

Das Statement

In einem Statement, das KFC am Donnerstag gegenüber Merkurist abgegeben hat, ist von einem halbautomatischen Prozess die Rede, „der mit Kalendern verbunden ist, die Feier-, Gedenk- und Aktionstage enthalten. In diesem Einzelfall wurde unser interner Überprüfungsprozess nicht ordnungsgemäß eingehalten. Das führte dazu, dass versehentlich diese nicht autorisierte Meldung verbreitet wurde.“ Deshalb wolle man jetzt die Prozesse und Kontrollmechanismen für die App-Kommunikation überprüfen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

Weiterhin entschuldigt sich das Unternehmen für die „unsensible und inakzeptable Nachricht“ und versichert, dass der Fehler nicht die politische Gesinnung von KFC widerspiegele: „Wir verstehen und respektieren den Ernst und die Geschichte dieses Tages und setzen uns weiterhin für Gleichberechtigung, Integration und Zugehörigkeit für alle ein.“

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