SchUM-Stätten in Mainz, Worms und Speyer sind Unesco-Welterbe

Unesco gibt Entscheidung bekannt

SchUM-Stätten in Mainz, Worms und Speyer sind Unesco-Welterbe

Die SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz sind offiziell Unesco Welterbe. Das gab die Organisation der Vereinten Nationen am Dienstag bekannt. Sie sind damit das erste jüdische Welterbe Deutschlands. Schon seit 2006 hatten sich das Land Rheinland-Pfalz, die Jüdische Gemeinde Mainz und die drei Städte um den Welterbe-Titel bemüht.

„Ich freue mich aus tiefstem Herzen über diese wichtige Entscheidung der Unesco für unser Land: Die SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz sind Weltkulturerbe! Dieses Votum ist von unschätzbarem Wert für die kulturelle und historische Vielfalt in Rheinland-Pfalz“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Auch in Mainz freut man sich über die Auszeichnung. Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sagte: „Von heute an wird unsere Stadt eine andere sein: in ihr wird das reiche jüdische Erbe wieder sichtbar und lebendig werden. Und zwar nicht nur für die jüdische Welt, da war SchUM ja stets präsent, sondern für die gesamte Menschheit.“ Das Kulturdenkmal, mit dem sich die Stadt Mainz am Unesco-Antrag beteiligt hat, ist der Alte jüdische Friedhof auf dem Judensand. Ebling sagt: „Wer ihn besucht, kann sich seiner Aura kaum entziehen. Dieser einzigartige Ort ist jetzt offiziell Welterbe. Gefühlt war er es schon immer, denn der Friedhof auf dem Judensand birgt nicht nur die ältesten Grabsteine Mitteleuropas, er war seinerzeit auch der größte seiner Art in Aschkenas.“

Das Unesco-Welterbekomitee, ein Gremium aus 21 gewählten Vertretern der Mitgliedstaaten, begründet die Eintragung in die Welterbliste damit, dass es sich bei den SchUM-Stätten um richtungsweisende jüdische Gemeindezentren und Friedhöfe handele, deren Form und Gestaltung die jüdische Architektur, Ritualbauten und die Bestattungskultur in ganz Mitteleuropa nördlich der Alpen, in Nordfrankreich und England maßgeblich beeinflussten.

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