Mainzer Gericht lehnt Eilantrag von Lehrer ab

Einwände des Lehrers nicht nachvollziehbar

Mainzer Gericht lehnt Eilantrag von Lehrer ab

Das Mainzer Arbeitsgericht hat den Eilantrag eines Lehrers abgelehnt. Der 62-Jährige wollte aufgrund der aktuellen Corona-Krise nicht an seiner Berufsschule unterrichten.

Der Lehrer wollte durch das Gericht seinem Arbeitgeber verbieten lassen, ihn während der Corona-Zeit für den Präsenzunterricht an der Berufsschule zu verpflichten. Laut Arbeitsgericht meinte der Lehrer, „sich damit unzumutbarerweise gesundheitlichen Risiken auszusetzen, obwohl ein Interesse an solchem Präsenzunterricht nicht ersichtlich sei“. Den Eilantrag des 62-Jährigen lehnte das Gericht mit der Begründung ab, dass die Schulen einen Ermessensspielraum haben, wie sie den Gefahren der Corona-Pandemie begegnen wollen.

Es sei demnach nicht Aufgabe der Gerichte, vorab zu entscheiden, welcher Lehrer wie eingesetzt werden könne. Zudem kam in diesem Fall hinzu, dass der Lehrer Einzelunterricht in einem 25 Quadratmeter großen Raum erteilen soll, was nach der Einschätzung des Gerichts ausreicht, um genug Abstand zu wahren.

Des Weiteren konnte das Gerichte auch die Auffassung des Lehrers nicht nachvollziehen, dass Interesse am Unterricht nicht ersichtlich sei. Hierzu begründete das Gericht: „Er erteilt benachteiligten Schülern Förderunterricht, die typischerweise nicht aus Akademikerhaushalten stammen, wo sie problemlos Internetzugang und Unterstützung durch ihre Eltern haben.“ (ms)

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