Wilde Müllkippen an Straßenrändern und neben Wohnkomplexen sind nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein teures Problem für Mainz. Allein im Jahr 2025 verursachte die Beseitigung illegal entsorgter Abfälle Kosten in Höhe von rund 324.000 Euro. Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Ortsbeirat Hartenberg/Münchfeld hervor.
Laut der Stadt fielen für die Erfassung, den Transport und die Entsorgung von insgesamt 42,08 Tonnen illegal abgelagerten Mülls mehr als 1700 Arbeitsstunden an. Die tatsächlichen Kosten dürften sogar noch höher liegen, da die regulären Müllfahrzeuge bei ihren täglichen Touren ebenfalls wilde Ablagerungen einsammeln. Diese Mengen werden jedoch nicht gesondert erfasst.
Die CDU-Fraktion hatte die Anfrage gestellt, weil sich illegale Ablagerungen besonders in Hartenberg/Münchfeld an bestimmten Stellen häufen. Die Müllhaufen seien nicht nur unansehnlich, sondern zögen auch Ungeziefer an und stellten eine Gefahr dar, etwa durch zerbrochenes Glas auf Gehwegen.
Suche nach Verursachern oft vergeblich
Um die Verursacher ausfindig zu machen, setzt die Kommunale Abfallwirtschaft eine „Umweltstreife“ ein. Die Mitarbeiter durchsuchen den Müll nach Hinweisen wie Adressen oder Lieferscheinen und gehen Meldungen von Bürgern nach. Allein 2025 gingen rund 1300 solcher Hinweise auf wilde Müll- und Sperrmüllablagerungen ein. Die Suche nach den Verantwortlichen gestalte sich aber oft schwierig, da viele Abfälle anonym und ohne verwertbare Spuren entsorgt werden.
Trotz der Schwierigkeiten konnten im vergangenen Jahr in rund 50 Fällen Verursacher ermittelt und angezeigt werden. Diese mussten dann für die entstandenen Entsorgungskosten aufkommen. Ohne eindeutige Beweise sei es jedoch rechtlich nicht möglich, Bußgelder zu verhängen oder Kostenbescheide zu erlassen, so die Verwaltung.
Stadt setzt auf Service und Aufklärung
Um illegalen Müllablagerungen vorzubeugen, verweist die Stadt nach eigenen Angaben auf ihr breites Serviceangebot. Dazu zählen neun Wertstoffhöfe, zwei Entsorgungszentren und die Möglichkeit für Privathaushalte, bis zu viermal im Jahr kostenfrei Sperrmüll abholen zu lassen.
Den Vorschlag der CDU, Eigentümer von Wohnkomplexen bei wiederholter Vermüllung zur Kasse zu bitten, hält die Verwaltung für rechtlich nicht umsetzbar. Dafür müsse zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass Bewohner der Anlage den Müll verursacht haben. Die Stadt stehe aber im Austausch mit Hausverwaltungen und Wohnungsbaugesellschaften und stelle unter anderem mehrsprachige Informationsmaterialien zur Verfügung, um Mieter über die korrekte Müllentsorgung aufzuklären.