Gastronom aus Rheinhessen nimmt Obdachlose und Flüchtlinge bei sich auf

Im Privathaus von Eugenius Steckler sind neun Menschen untergekommen.

Gastronom aus Rheinhessen nimmt Obdachlose und Flüchtlinge bei sich auf

Ein alter Hof mit zehn Zimmern im rheinhessischen Dalheim ist seit November das Zuhause von fünf obdachlosen Menschen und zwei ukrainischen Paaren. Eugenius Steckler, der ein Restaurant in Oppenheim betreibt, hat das Haus freigegeben für Menschen, die ein Dach über dem Kopf brauchen, wie er im Gespräch mit Merkurist sagt.

Angesprochen wurde Steckler von Marcio Demel, der sich mit seinem Verein „Rheinhessen hilft“ um obdachlose Menschen in Mainz und Rheinhessen kümmert. Steckler arbeitet schon länger mit dem Verein zusammen, spendet etwa Speisen, die Demel und sein Team dann mit dem „Kältebus“ an die bedürftigen Menschen verteilen.

Menschen sollen im Winter ein Dach über dem Kopf haben

Demel war auf der Suche nach Unterkünften für den Winter. „Das Haus steht seit kurzem leer, da hat es sich gut angeboten“, so Steckler. Finanzielle Unterstützung bekomme er vom Jobcenter, vor allem für die obdachlosen Menschen. Auch eine Integrationsmanagerin der Verbandsgemeinde (VG) sowie der Bürgermeister der VG Rhein-Selz, Martin Groth, hätten geholfen. Für die ukrainischen Familien, von denen ein Mann ein Krebs erkrankt sei, habe er jedoch noch keine Kostenzusage bekommen. „Das ist mir aber auch egal, mir ist nur wichtig, dass die Menschen ein Dach über dem Kopf haben, dass sie vor allem im Winter unterkommen.“ Die Wohnungen seien mit einfachen Möbeln und Küche ausgestattet.

„Obdachlosen Menschen war es so unkompliziert noch nie möglich, eine Wohnung zu finden und vor allem warm über den Winter zu kommen“, schreibt Marcio Demel von „Rheinhessen hilft“ auf seiner Facebookseite. Im Gegenzug, so Demel, sei ein „bürokratische Kraftakt“ erfolgt. Der Verein habe mit etlichen Behörden zusammengearbeitet.

Eine Frist, wann die Menschen wieder ausziehen müssen, wolle Steckler ihnen nicht setzen. „Wenn sie es wollen, können sie wieder gehen.“ Sollte es weiteren dringenden Bedarf geben, könne er auch noch weiteren Wohnraum zu Verfügung stellen. Steckler plant, auch künftig Projekte anzustoßen, „von denen die Menschen direkt profitieren können“, wie er sagt – etwa solche, mit denen Menschen eine Wiedereingliederung erleichtert werden könnte.

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