Ehrenamtlich arbeiten in Mainz: So könnt ihr euch engagieren

Vor allem Rheinland-Pfälzer packen in vielen Bereichen unentgeltlich mit an: Deutschlandweit ist hier die Quote der Ehrenamtlichen am höchsten. Wo wird in Mainz noch Unterstützung gebraucht und wo kann man sich beraten lassen? Wir haben uns umgehört.

Ehrenamtlich arbeiten in Mainz: So könnt ihr euch engagieren

Mehr als 30 Millionen Menschen betätigen sich hierzulande ehrenamtlich, arbeiten also, ohne dafür einen Lohn zu bekommen. Rheinland-Pfalz steht dabei unter den Bundesländern sogar an der Spitze: Mit laut Landesregierung 48 Prozent gibt es hier die höchste Engagementquote im Ländervergleich. 1,7 Millionen Menschen im Land engagieren sich unentgeltlich.

Ehrenamtliche setzen sich in ihrer Freizeit für Bedürftige ein, helfen Kindern, Senioren oder Menschen mit Behinderung, geben Trainingsstunden im Sportverein oder engagieren sich im Naturschutz. „Es gibt auch in Mainz einen großen Bedarf sich zu engagieren“, berichtet Katharina Schön. Sie arbeitet seit eineinhalb Jahren als Projektkoordinatorin bei „Mein Engagement in Mainz“ (MEM), das seit 2018 vom Diakonischen Werk Rheinhessen getragen wird. Im Büro in der Kaiserstraße können sich Menschen kostenlos darüber beraten lassen, wo und inwiefern sie sich in Mainz und Umgebung engagieren können. Zwei Ehrenamtliche stehen an vier Terminen pro Woche für Beratungen zur Verfügung, ausgebucht sind sie jedoch schon sechs Wochen im Voraus.

170 Angebote von mehr als 250 Vereinen

„Viele Menschen wollen sich engagieren, wissen aber nicht genau, wie sie sich einbringen können und wie viel Zeit sie investieren sollten“, berichtet Schön im Gespräch mit Merkurist. „Viele denken, dass sie für bestimmte Bereiche nicht geeignet sind. Bei der Beratung klären wir dann, was sie mitbringen und wo sie gut reinpassen.“ 170 Angebote von mehr als 250 Vereinen und Institutionen sind in der Datenbank des MEM gelistet, da kann man schonmal leicht den Überblick verlieren. „Diese bilden die Grundlage für das Beraterteam“, erklärt Schön.

„Viele Menschen wollen sich engagieren, wissen aber nicht genau, wie sie sich einbringen können und wie viel Zeit sie investieren sollten“ – Katharina Schön

Dabei sei es auch wichtig, sich auf die ständigen Veränderungen einzustellen. So sei es nicht mehr die Regel, dass sich Menschen auf einer Stelle langfristig einbringen können – zum Beispiel, weil sie wieder umziehen oder zum Studium nur zeitweise in Mainz leben. „Das entspricht nicht mehr der Lebensrealität“, so Schön. Aktuell würden sich besonders viele Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund melden. „Sie wollen etwas tun, der Gesellschaft etwas zurückgeben“, so Schöns Erfahrung.

MEM will Ehrenamtslotsen ausbilden

Da etliche von ihnen noch Sprachschwierigkeiten haben, würde sie gerne Ehrenamtslotsen einsetzen, in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Mainzer Flüchtlingskoordination. Diese sollen die Ehrenamtlichen dann unterstützen, ihnen die Sprache und die Kultur näherbringen, mit ihnen zu den Vereinen gehen, übersetzen und anleiten. „Die Vereine würden davon sehr profitieren“, ist die MEM-Projektkoordinatorin überzeugt. Denn viele der Menschen können eine gute Ausbildung vorweisen, arbeiteten in ihren Herkunftsländern etwa als Ärzte oder Anwälte. „Sie können hier nicht arbeiten, wollen aber helfen“, sagt Schön.

Um mehr Menschen eine Beratung zu ermöglichen, plant Katharina Schön mit ihrem Team nun einige Informationsveranstaltungen, bei denen sich Menschen auch ohne Termin beraten lassen können. So soll es etwa ab dem Frühjahr Pop-up-Beratungen in den Stadtteilen geben. Auch ein Event für Vereine will sie anbieten. Am 8. November findet zudem im Haus der Jugend eine Infoveranstaltung statt. Unter dem Motto „Ehrenamt – ist das was für mich?“ kann man sich über Möglichkeiten in Mainz informieren, sich in Mainz zu engagieren. Anmeldung und weitere Infos dazu findet ihr hier.

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