Warum in Mainz bald die Heizkosten steigen

Es wird teuer: Wer Gas zum Heizen und Kochen nutzt, muss sich künftig auf höhere Kosten einstellen - und das deutschlandweit. Was erwartet die Mainzer?

Warum in Mainz bald die Heizkosten steigen

Die Gaspreise sind deutschlandweit auf einem Fünf-Jahres-Hoch, zu diesem Ergebnis kommt das Vergleichsportal Verivox. Zwischen Januar und August sind die Preise demnach bereits um mehr als acht Prozent angestiegen. Der Grund: Wegen des relativ kalten Frühjahrs seien zum einen die Gasspeicher auf einem niedrigen Stand, zum anderen steige weltweit die Gasnachfrage. Das führe auch hierzulande dazu, dass die Preise für die privaten Verbraucher höher werden.

Auch in Mainz sei davon auszugehen, dass die Gaspreise im nächsten Jahr steigen werden, teilt Michael Theurer, Pressesprecher der Mainzer Stadtwerke AG, auf Merkurist-Anfrage mit. „Wieviel genau ist derzeit noch nicht zu sagen.“ Die Preiserhöhung hänge unter anderem damit zusammen, wie sich die Energielieferanten Gas beschafft haben oder wie sich die Netzentgelte entwickeln.

Preise an der Börse steigen

„Wird ein neuer Gasliefervertrag abgeschlossen, können wir die Preisbestandteile, auf die wir Einfluss haben, bis zum 31.12.2022 konstant halten“, erläutert Theurer. Hinzu kommen Steuern, Umlagen oder Netzentgelte, auf die die Mainzer Netze keinen Einfluss habe. Langfristig seien die Preise von der Preisentwicklung an der Börse abhängig, die seit etwa einem Jahr steigen. „Zudem kommt die staatlich veranlasste CO2-Abgabe neu dazu, die auch auf Erdgas erhoben wird,“ so Theurer.

Mehrere regionale Gasversorger hätten bereits Preiserhöhungen von durchschnittlich neun Prozent angekündigt, teilt Thorsten Storck von Verivox mit. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Einfamilienhaus) entspreche das Mehrkosten von 128 Euro jährlich. „Wir erwarten in diesem Herbst eine größere Gaspreiswelle.“

Hintergrund:

Als regionaler Verteilnetzbetreiber ist die Stadtwerke-Tochter Mainzer Netze GmbH dafür zuständig, das Erdgas von den Förderstätten beziehungsweise Pipelines zu den Endverbrauchern zu transportieren. Sie stellt also die Infrastruktur bereit, damit Wohn- und Geschäftshäuser, öffentliche Gebäude und Industrieunternehmen mit Erdgas beliefert werden können - insgesamt 38.000 Hausanschlüsse in Mainz, dem rheinhessischen Umland und auch rechts des Rheins. Zuständig für die Kunden ist die Mainzer Stadtwerke Service und Vertrieb GmbH, die ebenfalls zu den Mainzer Stadtwerken gehört.

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