Grünes Licht für neues Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue in Mainz

Die KMW hat die Genehmigung für ein neues Motorenkraftwerk auf der Ingelheimer Aue erhalten. Es soll ein Rechenzentrum mit Notstrom versorgen und ist für den Betrieb mit Wasserstoff ausgelegt.

Grünes Licht für neues Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue in Mainz

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) hat grünes Licht für den Bau eines modernen Motorenkraftwerks auf der Ingelheimer Aue in Mainz bekommen. Wie das Unternehmen mitteilt, hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) die notwendige Genehmigung erteilt. Der entsprechende Bescheid wurde am Montag offiziell übergeben. Die Fertigstellung der Anlage ist für Dezember 2027 geplant.

Das neue Kraftwerk besteht aus zwölf einzelnen Gasmotoren mit einer Gesamtleistung von 54 Megawatt. Es soll in erster Linie die Notstromversorgung für das im Bau befindliche Rechenzentrum „Green Rocks“ sicherstellen. Darüber hinaus wird es an rund 2000 Stunden im Jahr Strom in das deutsche Verbundnetz einspeisen und soll so zur Stabilität der Versorgung beitragen.

„Energiewende in der Praxis“

„Das Motorenkraftwerk ist Teil unserer Standortstrategie: digitale Infrastruktur, Fernwärme aus Abwärme plus Versorgungssicherheit“, erklärt Nino Haase, Mainzer Oberbürgermeister und KMW-Aufsichtsratsvorsitzender. Durch die Nutzung der Abwärme des Rechenzentrums würden auch die Bürger profitieren. Gleichzeitig sichere das Projekt langfristig Arbeitsplätze bei der KMW.

Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) betont die überregionale Bedeutung des Vorhabens: „Rheinland-Pfalz braucht moderne, flexible und wasserstofffähige Kraftwerke, um die Versorgungssicherheit im Land und darüber hinaus zu gewährleisten.“ Das Mainzer Motorenkraftwerk ersetze dieselbetriebene Notstromtechnik durch eine Lösung, die von Beginn an auf eine Zukunft ohne Kohle und Gas ausgelegt sei. „So geht Energiewende in der Praxis für unsere Unternehmen in Rheinland-Pfalz“, so Ebling.

Anlage ist auf Wasserstoffbetrieb ausgelegt

Laut KMW-Vorstand Dr. Oliver Malerius setzt das Unternehmen mit dem Bau seine Strategie konsequent um. „Das Kraftwerk wird zusammen mit den bestehenden Anlagen sowohl den Notstrom für unser Rechenzentrum liefern als auch komplementär zu der erneuerbaren Erzeugung die Versorgungssicherheit in Deutschland stützen“, sagt Malerius.

Eine Besonderheit der neuen Anlage ist ihre Zukunftsfähigkeit: Sie ist von Beginn an so konzipiert, dass sie auf den Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden kann. Die KMW ist Gründungspartner des regionalen Wasserstoffnetzes Rh₂ein-Main Connect, was diesen Umstieg in Zukunft ermöglichen soll. Auch der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) begrüßte die Genehmigung als „gute Nachricht für die ganze Region“.