Die Mainzer Mobilität und der Bushersteller MAN haben sich darauf geeinigt, die in den Jahren 2022 und 2023 gelieferten Batterie- und Dieselbusse zum Ende des Jahres 2026 durch 23 fabrikneue E-Busse zu ersetzen. Dies geht aus dem Geschäftsbericht 2025 der Mainzer Stadtwerke hervor. Welche Mängel an den Bussen deren Austausch notwendig machen und wer die Kosten dafür trägt, möchten beide Unternehmen auf Merkurist-Anfrage nicht mitteilen. Die Hintergründe wurden als vertraulich eingestuft.
Mainz und MAN setzen weiter auf E-Busse
Die Stadt Mainz hatte relativ früh begonnen, seine Busflotte auf emmissionsfreie Antriebe umzustellen. Bereits 2019 gingen die ersten batterieelektrischen Gelenkbusse des Herstellers Sileo in den Linienbetrieb. Aufgrund der Insolvenz des türkisch-deutschen Unternehmens im Jahr 2022 konnten jedoch Ersatzteile nicht mehr zuverlässig geliefert werden, weshalb die vier Busse noch im selben Jahr abgemeldet werden mussten. Durch die Auslieferung der 23 MAN „Lion’s City 18 E“ stieg die Stadt bis 2023 dennoch erstmals im großen Stil auf Batterie-Gelenkbusse um. Insgesamt besitzt die Mainzer Mobilität heute 145 Busse, darunter sechs Wasserstoff-Busse.
Dass die neuen E-Busse von MAN nach nur vier Jahren bereits ausgetauscht werden müssen, kommt überraschend. Stadt und Hersteller betonen jedoch, am Prinzip des elektrischen Antriebs festhalten zu wollen. „Die Technik wird konstant weiterentwickelt“, so ein Sprecher von MAN. Für die neuen Modelle könne man die vorhandenen Probleme ausschließen. Langfristig wolle das Unternehmen ihr Angebot bei Stadtbussen zu hundert Prozent elektrifizieren. Spätestens mit Einführung der angekündigten neuen Abgasnorm „Euro 7“ wolle man in diesem Sektor keine Dieselbusse mehr anbieten. Deren Einführung für schwere Nutzfahrzeuge ist für 2028 angekündigt.
Jeder zweite neue Stadtbus fährt elektrisch
Bereits heute sei jeder zweite fabrikneue Bus von MAN mit Batterie betrieben. Die aktuellen Ausschreibungen der Kommunen wünschen gar zu zwei Dritteln elektrische Antriebe, so der Hersteller. In ganz Europa seien mittlerweile 3.300 „Lion’s City E“ von MAN mit einer bereits geleisteten Fahrleistung von 250 Millionen Kilometern unterwegs.
Auch die Mainzer Mobilität teilt mit, weitere batteriebetriebene Fahrzeuge anschaffen zu wollen. Im Moment fehle dazu allerdings eine entsprechende Förderung von Bund, Land oder der Stadt. Im Einkauf sind E-Busse derzeit etwa doppelt so teuer wie klassische Verbrenner. Zudem muss anfangs viel Geld in Infrastruktur wie etwa Ladesäulen investiert werden. Aus diesen Gründen werden die Stadtwerke 2027 und 2028 nochmals 42 neue Dieselbusse des Herstellers Daimler in Betrieb nehmen, so deren Pressesprecher.
Gesamtkosten wohl bald auf Niveau von Dieselbussen
Im laufenden Betrieb sind E-Busse hingegen günstiger als Verbrenner-Busse, da sie deutlich energieeffizienter und wartungsärmer sind. Außerdem sind sie emmissionsfrei unterwegs und belasten die Stadtluft somit kaum. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC schätzt, dass die Gesamtkosten von elektrischen Stadtbussen bis 2030 nur noch zehn Prozent über den Kosten von Dieselbussen liegen werden.