Energiekrise: Wird Eislaufen in Mainz überhaupt möglich sein?

Eishallen brauchen enorme Mengen Energie. Daher haben sich viele Städte entschlossen, in diesem Jahr die Sportstätten geschlossen zu halten. Was ist in Mainz geplant? Wir haben mit dem Betreiber gesprochen.

Energiekrise: Wird Eislaufen in Mainz überhaupt möglich sein?

Die Eishockeyvereine bangen um ihre Zukunft, fieberhaft überlegen Städte, wie sie ihre Eishallen mit Sanierungen oder Photovoltaikanlagen auf dem Dach effizienter betreiben können. Kaum ein Sport ist energieintensiver als der Eissport. Einige Eishallen werden wohl gar nicht öffnen in diesem Jahr, andere werden die Eisläufer auf dünnerem Eis fahren lassen oder stellen keine Saisontickets bereit, da sie nicht wissen, wie es aufgrund der unplanbaren Strompreise weitergehen wird.

Was ist in Mainz geplant?

In der Mainzer Eishalle am Bruchweg hat die Saison bereits begonnen. Am 1. Oktober öffnete die Halle am Dr.-Martin-Luther-King-Weg ihre Türen - einen Monat später als üblich. Der Betreiber hat einiges vor: Neben den Vereinssportarten Eishockey, Eiskunstlauf, Eistanz, Eisschnelllaufen und Eisstockschießen werden Kurse für Kinder angeboten, es gibt Eisdiscos und eine Halloweenparty.

Einfach zu finanzieren sei der Betrieb momentan nicht, erklärt Nick Pawolleck im Gespräch mit Merkurist. Er ist für die Kommunikation zuständig und gleichzeitig erster Vorsitzender des Fördervereins. „Die gestiegenen Energiekosten kompensieren wir teilweise durch einen um 30 Prozent höheren Eintrittspreis, hinzu kommen etliche Energiesparmaßen, die wir getroffen haben.“ So sei in diesem Jahr die Eisschicht um einen Zentimeter dünner und die Temperatur in der Halle um zwei Grad höher. Die Beleuchtung wurde reduziert und die Heizung in den Toiletten sowie den Kabinen nach unten gedreht. Nun komme es auf die Witterung an: Je kälter es draußen ist, desto weniger Energie müsse in der Halle aufgewendet werden. Davon hänge auch ab, ob die Halle bis März geöffnet bleiben könne oder bereits früher die Saison beendet wird.

„Wie es weitergeht, wissen wir aber noch nicht“ – Nick Pawolleck

„Wir sind glücklich darüber, dass wir öffnen konnten. Wie es weitergeht, wissen wir aber noch nicht“, sagt Pawolleck. Auch die Preise für die Vereine mussten angehoben werden, was sich wieder auf die Beiträge für die Mitglieder ausgewirkt habe. Die fürchten daher nun mit einem Rückgang ihrer Mitglieder. Bis Dezember könne man die aktuellen Eintrittspreise garantieren, danach müsse man abwarten, wie hoch die Energiepreise seien. Auszuschließen sei auch nicht, dass per Anordnung Freizeiteinrichtungen wie Eishallen schließen müssen, wenn es zu einer Gasmangellage kommt.

Vereine fürchten Mitgliederrückgang

Der Förderverein habe bereits an die Stadt, die Eigentümerin der Eishalle ist, einen Antrag gestellt, damit die Eissportvereine unterstützt werden. „Sonst werden sie noch mehr Mitglieder verlieren und folglich die Beiträge weiter erhöhen müssen“, fürchtet Pawolleck.

Großen Zulauf indes gibt es bei den Kursen. Der erste Anfängerkurs für Kinder sei bereits ausgebucht, wenige Plätze für den Novemberkurs seien noch frei. Nun überlegt Pawolleck, auch einen Anfängerkurs für Erwachsene im Dezember anzubieten.

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