Sie wirken unscheinbar und sind doch ein bedeutendes Zeugnis der Vergangenheit: Das Landesmuseum Mainz stellt ab sofort Eisenbarren aus der vorrömischen Eisenzeit aus. Wie das rheinland-pfälzische Innenministerium mitteilt, wurden die Stücke bereits 2020 in einem Wald bei Speyer gefunden und geben wertvolle Hinweise auf frühe Handelsnetzwerke.
Die 20 Eisenbarren sind laut Staatssekretärin Simone Schneider ein „Schlüssel zu Wirtschafts- und Technikgeschichte von vor über 2000 Jahren“. Die auffällige Einheitlichkeit von Form, Größe und Gewicht deute darauf hin, dass es sich um standardisierte Handelsprodukte handelte. „Die Eisenbarren sind also weit mehr als nur Metall – sie belegen frühe Wirtschaftsstrukturen in einer Region, die schon in der vorrömischen Eisenzeit Teil weitreichender europäischer Austauschnetze war“, so Schneider.
Entdeckt wurden die Barren von einer erfahrenen Sondengängerin. Als sie bemerkte, wie tief die Objekte lagen, informierte sie die Landesarchäologie in Speyer. Dadurch konnten die Funde nach archäologischen Standards geborgen werden. Dies sei ein Glücksfall, da von den rund 1300 bekannten Eisenbarren dieser Art in Mitteleuropa nur wenige aus einem gesicherten archäologischen Kontext stammen.
Wissenschaftliche Analyse liefert neue Erkenntnisse
Da die Funde aus Speyer bislang nicht restauriert wurden, waren sie für die wissenschaftliche Auswertung besonders wertvoll. In Zusammenarbeit mit dem Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie in Mannheim konnten die Barren untersucht werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass 19 der 20 Barren die gleiche chemische Signatur aufweisen, während ein Objekt eine andere Zusammensetzung hat. Eine Analyse bestätigte zudem die Datierung in die vorrömische Eisenzeit. Die Ähnlichkeit der Barren in Form und Größe lässt vermuten, dass sie aus einer einzigen Schmiedewerkstatt stammen.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Finderin und der Wissenschaft wird von den Experten gelobt. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass dies noch viel häufiger geschieht“, sagte Bettina Hünerfauth, kommissarische Leiterin der Landesarchäologie in Speyer. Die Ausstellung der Eisenbarren ist Teil der Reihe „Schaufenster der GDKE“ im Landesmuseum Mainz, in der regelmäßig besondere Funde und Forschungsergebnisse aus Rheinland-Pfalz gezeigt werden.