Wie Mainzer Läden die Corona-Krise überstehen wollen

Die Corona-Krise bringt mittlerweile auch Mainzer Betriebe wirtschaftlich in Bedrängnis. Einige Unternehmen gehen nun neue Wege, um ihre Ware zu vertreiben. Was genau nun anders ist, darüber haben wir mit einigen Geschäftsleuten gesprochen.

Wie Mainzer Läden die Corona-Krise überstehen wollen

Das Coronavirus hat Mainz gerade fest im Griff: Das spüren viele Mainzer nicht nur in ihrem Alltag, auch viele Mainzer Geschäfte und die Gastronomie sind von der Krise betroffen. Einige Betriebe haben sich nun Alternativen überlegt, wie sie ihre Kunden auch in diesen schwierigen Zeiten versorgen können.

El-Burro

Gastro-Betriebe dürfen nach den neusten Verordnungen nicht mehr öffnen. Das bringt für Gastronomen teils deutliche Umsatzeinbußen mit sich. David Kling, Inhaber von El-Burro: „Wir halten uns an die Verordnung.“ Die Auswirkungen der Pandemie seien bereits spürbar: „Davon ist natürlich unser Mittagsgeschäft betroffen, es gibt kaum noch Angestellte, die in ihren Büros sind. Die Auswirkungen spüren wir schon sehr deutlich.“ Dabei gehe es nicht nur um die fehlenden Gäste, sondern auch die Gehälter der Mitarbeiter. „Wir haben hier aber die Möglichkeit, für unsere Vollzeit-Angestellten Kurzarbeit anzumelden.“

Um dennoch Kunden gewinnen zu können, hat sich das Team etwas überlegt. Ab sofort können Kunden über die Seite Essen online bestellen und dort auch gleich mit PayPal bezahlen. Das Essen wird dann zubereitet und kann direkt im Restaurant abgeholt werden.

Jana Blume Vintage

Anders als viele Gastronomie-Betriebe mussten die Einzelhändler ihre Läden bereits schließen. Davon ist auch Jana Blume mit ihren beiden Vintage-Läden in Mainz betroffen. Für sie ist es gerade eine schwierige Zeit. Sie versucht mit einem Online-Shop, ihr Geschäft aufrecht zu halten: „Wir haben die Ware im Laden und sind gerade dabei, so viel wie möglich abzufotografieren.“ Die Fotos werden dann auf der Seite des neuen Online-Shops hochgeladen. „Wir wollen nach Deutschland, in die Schweiz und nach Österreich liefern. Für Mainzer ist die Lieferung sogar kostenlos und natürlich kontaktlos, das ist uns ganz wichtig“, erklärt Jana Blume. Der Lieferservice für die Mainzer läuft dann so ab, dass Kunden online bestellen und per Paypal oder Überweisung bezahlen. Dann werden die gekauften Sachen bis zur Haustür geliefert beziehungsweise geklingelt und davor abgestellt.

„Ich habe natürlich auch eine Verantwortung für meine Mitarbeiter und hoffe, mit dieser Lösung meine Mitarbeiter nicht im Stich zu lassen“, sagt Blume. Trotz der Krise will sie aber hoffnungsvoll bleiben - die ersten Artikel werden deshalb schon am Mittwochabend (18.3.) online gehen.

Unterstützung für Mainzer

Doch nicht nur die Unternehmen selbst überlegen sich Strategien für die nächsten Wochen. Auch der Mainzer City Manager Dominique Liggins baut gerade gemeinsam mit Marco Friedmann, Nico Tsionis und der Wirtschaftsförderung Mainz den Mainzer Lieferdienst „Mainz gebracht“ auf. „Wir sind ein Verein, der den Handel in der Mainzer Innenstadt unterstützt und das wollen wir auch jetzt in dieser schwierigen Zeit tun“, erklärt der City Manager. Drei Tage haben sie an der Organisation eines Lieferdienstes für Mainzer Unternehmer gebastelt. Seit Mittwoch ist die Seite online. „Es geht hierbei nicht um die Gewinnoptimierung, sondern um das Signal, dass die Mainzer Händler auch jetzt noch für ihre Kunden da sein können.“

„Mainz gebracht“ sei hierbei der „verlängerte Arm von der Theke des Händlers zur Haustür des Kunden“, so Liggins. Die Geschäfte können über die sozialen Medien oder ihre Online-Shops Produkte an die Kunden verkaufen. „Mainz gebracht“ sorgt dann dafür, dass die Lieferung zum einen für den Kunden kostenlos ist, aber auch die Händler nur einen symbolischen Betrag zahlen. „Das ganze hat keinen gewerblichen Ansatz, wir wollen als City Management gemeinsam mit der Werbegemeinschaft die Mainzer Händler in dieser Krise unterstützen“, erklärt Liggins. Ab sofort sind Lieferungen an die Mainzer möglich. Für größere und teurere Produkte arbeiten sie zudem mit VeloCARRIER Mainz zusammen, um auch für diese Art von Paketen eine Lieferung möglich zu machen.

Weinraumwohnung

Damit Mainzer auch in dieser Krisenzeit zu Hause mit Wein versorgt sind, hat sich Michael Reinfrank von der „Weinraumwohnung“ etwas überlegt: Unter dem Hashtag „#homedrinking“ will er Mainzer auch trotz des geschlossenen Ladens mit Wein beliefern. In einem Facebook-Post heißt es: „Die Weinraumwohnung bleibt zwar geschlossen, aber wir liefern in Mainz kostenlos zu euch nach Hause. Und zwar ab der ersten Flasche.“ Über Whatsapp kann der Wein bestellt werden. Bis zum nächsten Tag soll er dann beim Kunden zu Hause sein.

Finther Obstlädchen

Für seine Kunden in der Krise da ist auch das Finther Obstlädchen. „Aus gegebenem Anlass haben wir uns entschieden, ab sofort (seit 14.3.) einen Lieferservice für unsere Produkte anzubieten“, sagt Julia Sternberg vom Obstlädchen. Bestellungen seien per Mail, Telefon und außerhalb der Öffnungszeiten auch auf dem Anrufbeantworter möglich. Eine Warenliste gibt es auf der Internetseite des Lädchens. (mm)

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