Wie geht es Ladenbetreibern am Kirschgarten?

Stirbt der Kirschgarten aus? Das jedenfalls sagte ein Einzelhändler, der inzwischen seinen Laden an einem anderen Standort geöffnet hat, gegenüber Merkurist. Die Händler im Kirschgarten sehen das allerdings anders.

Wie geht es Ladenbetreibern am Kirschgarten?

Als Merkurist Mitte Mai über den Umzug des Altstadt-Kopierladens berichtete, sorgte eine Aussage von Betreiber Julian David Jakob für Verwunderung. Er hatte mit seinem Kopierladen den Kirschgarten verlassen und war in die Neutorstraße gezogen (wir berichteten). Seine Begründung: Die neuen Räume seien größer und heller. Ein weiterer Grund: „Der Kirschgarten stirbt aus, da ist nichts mehr los“, sagte er im Gespräch mit Merkurist.

Einzelhändler widersprechen

Das allerdings sehen viele Einzelhändler im Kirschgarten anders. Maria Sciacca vom Friseur und Nagelstudio „Stilissimo“, Jürgen Ottstadt von „The CapeHouse“ und Theodor Schué vom gleichnamigen Handwerksbetrieb haben mit Merkurist über die Situation vor Ort gesprochen. Ihrer Meinung nach stirbt der Kirschgarten nicht aus. Im Gegenteil: „Viele unserer Einzelhändler-Kollegen investieren nicht gerade kleine Summen, um hier neue Läden zu eröffnen oder bestehende Geschäfte zu modernisieren“, sagt Jürgen Ottstadt.

Ihnen ginge es nicht darum, einen Streit mit Kopierladen-Betreiber Jakob zu führen, erklären die Kirschgarten-Händler. „Trotzdem sind wir der Meinung, dass die Aussage inhaltlich nicht korrekt ist. Es geht dabei auch um unsere Existenzgrundlage“, so Theodor Schué. „Natürlich hat sich der Einzelhandel in den letzten Jahren verändert“, sagt Ottstadt.

Das betreffe beispielsweise den wachsenden Online-Handel oder das gestiegene Interesse an Entertainment rund um den eigentlichen Einkauf. „Aber wenn man durch die wunderschöne Altstadt läuft und in den Kirschgarten kommt, dann ist diese Umgebung auch für viele Kunden ein Anreiz hierherzukommen“, sagt Ottstadt. Diese Erfahrung würden die Einzelhändler nach wie vor so machen.

„Immer wieder erhalten wir als Ladenbetreiber auch Komplimente von Touristen aus dem In- und Ausland“, so Schué. Diese würden besonders schätzen, dass sich die Geschäfte optisch aber auch in Sachen Qualität und Service von anderen abheben würden. Für Ottstadt und seine Einzelhändler-Kollegen steht fest: „Wir sind froh, dass wir in der Altstadt und besonders im Kirschgarten sind.“ (df)

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