Wer auf „Taco Kidd“ am Fischtor folgt

Ende vergangenen Jahres musste „Taco Kidd“ in der Fischtorstraße schließen. Lange stand das Ladenlokal leer - nun gibt es einen Nachfolger.

Wer auf „Taco Kidd“ am Fischtor folgt

Nachdem das Tex-Mex-Restaurant „Taco Kidd“ Ende 2018 geschlossen hatte (wir berichteten), steht nun der Nachfolger fest. Jana Blume wird hier ihr Vintage-Mode-Geschäft eröffnen. Bislang war der Laden in der Scharngasse zu finden. Sechs Jahre lang hatte Jana Blume ihn hier betrieben. Doch das Gebäude muss nun kernsaniert werden. „Es ist ein uraltes Gebäude und dazu denkmalgeschützt. Es muss viel gemacht werden, wahrscheinlich zwei Jahre lang und dazu noch mit Gerüst. Deswegen habe ich ein bisschen Panik bekommen“, sagt Jana Blume.

Das freie Ladenlokal in der Fischtorstraße kam ihr in den Sinn, auch weil der Besitzer des Antiquariats nebenan auf sie zukam und sie fragte, ob sie mit ihrem Laden nicht nach vorne kommen wolle. „Auch mein Mann meinte, dass es einen Versuch wert sei.“ Also bewarb sie sich. „Die Wohnbau hat sich schließlich für mich entschieden, was mich sehr glücklich macht. Ich liebe das Fischtor, ich liebe meine Kunden und ich will auch nirgendwo anders hingehen. “

Viele hätten sich dort Gastronomie gewünscht. Aber: „Die Wohnbau hat sich bewusst gegen Gastronomie entschieden, es habe wohl Probleme mit dem Geruch gegeben. Daher wollte sie gerne Einzelhandel dort ansiedeln.“ Am Samstag, 27. Juli, wird sie nun in der Fischtorstraße ihr neues Geschäft eröffnen. Gerade laufen noch die Umbauarbeiten. Gemeinsam mit dem Innenarchitekten und Raumausstatter Sven Hummel hat sie sich dafür ein Konzept überlegt.

Zwei Räume, zwei Themenwelten und viel rosa - in allen Variationen. „Ich habe überlegt: Was wollte ich schon immer haben? Und dann habe ich meine Wünsche geäußert. Es ist ein bisschen drüber und es könnte für viele zu viel sein. Ich wollte aber, dass vor allem meine Kundinnen denken: ‘Wie abgefahren schön ist das hier!’ Und alle sollen sich einfach wohlfühlen. Ich möchte, dass die Kunden meine Liebe zu dem was ich tue spüren. Es soll bewusst nicht alles perfekt sein.“

„Zweitstelle“ bleibt weiterhin geöffnet

Jana Blume geht aber auch mit einem weinenden Auge, auch wenn der neue Laden nicht weit weg ist. „Ich bin schon ein bisschen traurig, alles verändert sich ja. Ich wusste es ja auch schon länger, konnte aber noch nichts sagen. Ich wollte auch niemanden verunsichern.“ Der Standort am Fischtor habe aber auch negative Seiten. „Das Marktfrühstück zum Beispiel bringt auch Nachteile für uns am Fischtor mit sich. Es ist wie eine Barriere. Wir machen samstags Umsatzeinbußen, weil viele Kunden nicht zu uns durchkommen. Oder auch den Weg auf sich nehmen wollen. Andererseits bekomme ich aber auch ein tolles, junges Publikum. Manche Frauen lassen ihren Partner dann bei einer Weinschorle stehen und kommen zu mir, um zu stöbern. Das ist schon schön.“ Um ihre „Zweitstelle“ in der Kurfürstenstraße, die sie seit zwei Jahren betreibt, müssen sich die Kunden keine Sorgen machen. Den behalte sie, so Blume.

Alle Kleidungsstücke, die sie in der „Zweitstelle“ und bald an der Fischtorstraße verkauft, gehen durch Jana Blumes Hände. „Es wird alles per Hand ausgesucht, mit Öko-Waschmittel gewaschen und gebügelt. Containerware gibt es bei uns nicht. Ich habe auch eine Kooperation mit einem Vintage-Laden in London, der mir Sachen schickt. Außerdem kauft meine Mama, die in Berlin lebt, für mich ein. Und auch auf meinen Reisen kann ich nicht anders und gehe gerne auf Flohmärkte, um zu stöbern.“ (pk)

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