Erfolg für Mainzer Hotelier: Influencerin und Musikerin müssen Video löschen

Das Landgericht Frankfurt hat entschieden: Die Musikerin Wilhelmine Schneider und die Influencerin Alexa Grassmann müssen das Instagram-Video löschen, in dem sie Vorwürfe gegen einen Mainzer Hotelier erhoben hatten.

Erfolg für Mainzer Hotelier: Influencerin und Musikerin müssen Video löschen

Erfolg für den Mainzer Hotelier Delkhosh Darvishi: Nachdem ihm eine Musikerin und eine Influencerin in einem Instagram-Video vorgeworfen hatten, sie aus dem „Hotel Havana“ hinausgeworfen zu haben, mussten die beiden Frauen das Video nun löschen. Das Landgericht Frankfurt erließ am 15. Juli eine einstweilige Verfügung.

Konkret hat das Landgericht der Musikerin Wilhelmine Schneider und der Influencerin Alexa Grassmann untersagt, den unwahren Eindruck zu erwecken, Darvishi habe sie „aufgrund einer homosexuellen Orientierung aufgefordert, das Hotel zu verlassen“. Dies hatten die Frauen in dem Video behauptet, den Vorwurf aber nie weiter konkretisiert. Zu unterlassen sei außerdem die Aussage in dem Begleittext zum Video: „Kein Hotelinhaber sollte in einer intimen Situation Hotelgäst*innen belauschen und mit einem ‘Was machen Sie da?’ gegen Einverständnis ins Zimmer eindringen. Ich wurde weggedrängt, er hat seinen Fuß in die Tür gestellt, gesagt wir sollen gehen. War aggressiv und laut.“

Mittlerweile haben Schneider und Grassmann das Video gelöscht. Die einstweilige Verfügung ist noch nicht rechtskräftig und kann noch mit Widerspruch angefochten werden. In erster Instanz schließt sich das Landgericht aber der Sichtweise Darvishis und seines Anwalts an. Demnach ist der Hotelier Opfer einer massiven Persönlichkeitsrechtsverletzung geworden. Schneider und Grassmann müssen zudem die Kosten des Verfahrens tragen.

Gegenüber Merkurist sagt Darvishi nun: „Der Vorwurf, ich hätte mich homophob geäußert oder verhalten, hat mich zutiefst verletzt. Ich weiß, wie sich Diskriminierung und Ausgrenzung anfühlen. Mir würde auch niemals in den Sinn kommen, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu verurteilen oder ungerecht zu behandeln.“

Shitstorm gegen Hotelier

Wie Merkurist berichtete, hatte das Instagram-Video von Schneider und Grassmann für viel Aufsehen gesorgt. Zehntausende Menschen hatten das Video gelikt, Tausende kommentiert und ihre Solidarität mit den beiden Frauen ausgedrückt. Viele User riefen zudem direkt oder indirekt zu schlechten Google-Bewertungen für das Hotel auf, darunter der Journalist Sascha Lobo („Welches Hotel ist das? Würde es gern bewerten, auch zur Warnung für Dritte“). Das Hotel fiel zeitweise auf eine Bewertung von 1,8 Sternen. Der Hotelier wurde Opfer eines massiven Shitstorms, bevor er überhaupt Stellung beziehen konnte.

Doch nachdem Darvishi gegenüber Merkurist seine Sicht schilderte, kamen bei immer mehr Menschen Zweifel an der Version der beiden Frauen auf. Der Rechnungsbeleg des Hotels zeigte zudem, dass Schneider und Grassmann gar keine Hotelgäste waren. Ein befreundeter Musiker hatte das Zimmer gebucht und offenbar gefragt, ob die beiden Frauen in seiner Abwesenheit kurz duschen könnten. Wie Darvishi gegenüber Merkurist erklärte, habe er nach etwa eineinhalb Stunden prüfen wollen, ob die beiden Frauen noch in dem Zimmer sind. Mehrfach habe er an die Tür geklopft. „Aber im Zimmer war nichts zu hören. Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass die beiden schon weg sind.“ Nun habe er mit dem Generalschlüssel vorsichtig versucht, die Zimmertür zu öffnen. „Als ich den Schlüssel gerade herumgedreht habe, wurde sofort die Tür aufgerissen. Eine der beiden Frauen war sehr aggressiv und fragte mich, wer ich sei und was ich dort machen würde.“

Erst zwei Tage später stellten die Frauen das Video mit den schweren Vorwürfen online. Seitdem äußerten sie sich nicht mehr zu dem Vorfall, auch eine Merkurist-Anfrage blieb unbeantwortet.

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