Was bisher von dem Meteoriten über Mainz bekannt ist

Am frühen Sonntagabend war ein glühender Meteorit am Himmel über Mainz zu sehen. Er raste mit großer Geschwindigkeit auf die Erde zu – bis er in Koblenz einschlug. Was wissen wir inzwischen von dem Brocken aus dem Weltall?

Was bisher von dem Meteoriten über Mainz bekannt ist

Wie ein roter Feuerball raste er gegen 19 Uhr am Himmel über Mainz entlang, gefolgt von einem lauten Knall: Am Sonntagabend sind Teile eines Asteroiden über den Westen Deutschlands auf die Erde zugerast. Zahlreiche Notrufe von besorgten Bürgern waren bei Polizei und Feuerwehr eingegangen.

Einige Brocken schlugen in ein Haus in Koblenz ein und landeten im Schlafzimmer. Schadensmeldungen gab es zudem aus der Eifel und dem Hunsrück. Verletzt wurde niemand (wir berichteten).

Fußballgroßes Loch im Hausdach

Gegen 22 Uhr meldete die Koblenzer Polizei, dass es sich tatsächlich um einen Meteoriten handelte. Als er auf die Lufthülle der Erde traf, zerfiel er in mehrere Stücke. In dem Moment war auch der Knall zu hören. Durch den Einschlag wurde in das Wohnhaus in Koblenz ein etwa fußballgroßes Loch gerissen (mehr Infos bei Merkurist Koblenz). Laut dem Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz gibt es keinen Zusammenhang mit einer militärischen Aktivität. Eine Gefährdung durch chemische oder radioaktive Gefahren sei auszuschließen, alle Messungen seien negativ verlaufen.

Die Koblenzer Feuerwehr sammelte anschließend die Brocken auf:

„Fireball“ über mehrere hundert Kilometer weit sichtbar

Gesehen hatte das Spektakel auch Hristina Heinen von der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V. Wahrscheinlich, so Heinen, war es ein Bolide, also ein „Fireball“. Dabei handelt es sich um einen besonders hellen Meteor, sagte sie noch am Abend gegenüber Merkurist.

Das helle Leuchten entstehe, wenn der Brocken in die Erdatmosphäre eintritt und durch Reibung stark aufleuchte. „Sehr helle Boliden können über mehrere hundert Kilometer hinweg sichtbar sein und werden deshalb häufig gleichzeitig aus vielen Regionen gemeldet“, so Heinen weiter.

Einschläge von Meteoriten auf der Erde sind sehr selten. 2023 fielen bei Elmshorn mehrere Teile zu Boden. Der 3,7 Kilogramm schwere Brocken galt als der schwerste gefundene Meteorit seit rund 100 Jahren in Deutschland.

Weitere Bilder des fliegenden Meteoriten könnt ihr euch hier anschauen: