Diese Mainzer Polizisten wurden zu Helden

Tagtäglich und rund um die Uhr sind Polizeibeamte im Einsatz, um für das Wohl und die Sicherheit der Bürger zur sorgen. Ihre Taten bleiben dabei von der Gesellschaft oft unbemerkt. Am Montag ehrte Polizeipräsident Reiner Hamm sieben Kollegen.

Diese Mainzer Polizisten wurden zu Helden

„Sie prägen nun mit das Bild der Polizei“, sagte Reiner Hamm am Montag bei der Begrüßung seiner neuen Kollegen. Wichtig sei ein stets freundliches und hilfsbereites, wo erforderlich auch klares und konsequentes Auftreten. Die 50 neuen Kommissare haben nach ihrem Studienabschluss zum 1. Oktober ihren Dienst im Präsidium Mainz angetreten. Als Inspiration für die neuen Kollegen nutzte Hamm die Gelegenheit außerdem, um sieben Polizeibeamte für besonders herausragende Leistungen in den vergangenen sechs Monaten zu ehren.

Verhinderung eines Suizidversuchs auf der Autobahn

Als Thomas Jayme, Polizeioberkommissar der Diensthundestaffel, Mitte August mit seinem Hund auf dem Rückweg von einem Ausbildungstag über die Autobahn A63 fuhr, wurde er wegen eines Suizidversuchs angehalten. Eine junge Frau war bereits über das Geländer der Autobahnbrücke geklettert und wollte hinunterspringen. Jayme sprach die Frau an und konnte sie in letzter Sekunde noch festhalten, nachdem diese sich bereits fallen gelassen hatte. Schließlich gelang es ihm, die Situation zu beruhigen und die Frau zu fixieren, sodass sie in polizeilichen Gewahrsam genommen und betreut werden konnte.

Engagierte Ermittlungen führten zur Festnahme eines Straftäters

„Ein sehr bemerkenswerter Fahndungserfolg.“ – Polizeipräsident Reiner Hamm

Durch ihre unermüdlichen und sehr engagierten Ermittlungen konnten vier Kriminalbeamte der Kriminalinspektion Worms im August zur Festnahme eines flüchtigen Straftäters beitragen. Der mit vier internationalen Haftbefehlen Gesuchte war Ende Juni vor einer Haftstrafe ins Ausland geflohen. Die vier Beamten verfolgten den Flüchtigen wochenlang durch das europäische Ausland und verbrachten in einer „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“, wie Hamm sagte, zum Teil bis zu 24 Stunden lange Schichten mit der Spurensuche. Zudem übernahmen sie die Koordination der länderübergreifenden Polizeiarbeit. Durch intensive Zusammenarbeit mit Kollegen aus Luxemburg und Frankreich konnte der Straftäter schließlich gestellt und festgenommen werden. „Ein sehr bemerkenswerter Fahndungserfolg“, lobte Hamm die vier Beamten.

Verhinderung eines Suizidversuchs am Hauptbahnhof

„Das gute Teamwork war entscheidend.“ – Polizeioberkommissar Peter Resch

Bei einem Einsatz auf der Alicenbrücke am Hauptbahnhof konnte Peter Resch, Polizeioberkommissar des Altstadtreviers, einen Suizidversuch verhindern. Der Betroffene war bereits über die Absperrung der Brücke geklettert und versuchte, von dort auf die Gleise zu springen. Eine besondere Herausforderung war, wie Hamm erzählte, dass es sich dabei um einen ungarischen Staatsbürger handelte, sodass die Beamten englisch mit ihm sprechen mussten. Durch langes Zuhören und gutes Zureden konnte der Oberkommissar ihn letztendlich am Sprung hindern. „Ohne das gute Teamwork mit meinen Kollegen vor Ort, die alle anderen notwendigen Aufgaben erledigten, hätte das nicht geklappt“, so Resch. Ähnliche Situationen erlebt Resch häufiger: Bereits zwei bis drei Wochen später sei er zu einem Einsatz am Höfchen gerufen worden, wo eine Person sich mit Glasscherben selbst verletzte. Auch hier gelang es ihm, der Person die Glasscherbe zu entwenden und so Schlimmeres zu verhindern.

Lebensrettende Maßnahmen auf Wanderstrecke

Dass es auch außerhalb des Dienstes gilt, besonders aufmerksam und hilfsbereit zu sein, hat Florian Becker, Polizeibeamter der Inspektion Kirchheim-Bolanden, unter Beweis gestellt. Während eines privaten Ausflugs durch den Pfälzer Wald fand er einen Wanderer zusammengebrochen und nicht mehr ansprechbar auf dem Waldweg vor. Sofort informierte er den Rettungsdienst, rief weitere Passanten zur Unterstützung bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen herbei und begann schließlich mit einer Herz-Lungen-Massage. Auch nach dem Eintreffen der Notärzte unterstützte er diese weiter bei den Reanimationsmaßnahmen, bis der Wanderer 20 Minuten später wieder einen messbaren Puls aufwies. Zuvor hatte er bereits bei einem Einsatz das Opfer einer Messerstecherei durch Erstversorgung vor dem Verbluten gerettet. (df)

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