OB-Wahl in Mainz: Das müsst ihr jetzt wissen

In unserer Übersicht geben wir euch Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Wahl des neuen Mainzer Oberbürgermeisters im kommenden Jahr.

OB-Wahl in Mainz: Das müsst ihr jetzt wissen

Obwohl Michael Ebling (SPD) im November 2019 eigentlich für acht weitere Jahre als Mainzer Oberbürgermeister (OB) gewählt wurde, stehen in Mainz bereits im Februar 2023 die nächsten OB-Wahlen an. Der Grund: Ebling folgte im Oktober 2022 praktisch über Nacht auf den zurückgetretenen Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD). Wir haben die wichtigsten Fragen zur anstehenden OB-Wahl und Antworten darauf zusammengetragen.

Hat Mainz jetzt keinen Oberbürgermeister?

Bis ein neuer Oberbürgermeister gewählt worden ist, übernimmt Bürgermeister Günter Beck (Grüne) die OB-Rolle kommissarisch. Er selbst darf aus Altersgründen nicht mehr für das Amt des Mainzer Oberbürgermeisters kandidieren.

Wann wird gewählt?

Am Sonntag, den 12. Februar, werden die Mainzer ihren neuen Oberbürgermeister wählen. Eigentlich hätte der neue OB innerhalb von 90 Tagen gewählt werden müssen, doch wie Interims-OB Beck erklärte, sei ein früherer Termin nicht möglich gewesen. Begründet hatte Beck den späten Termin mit internen organisatorischen Abläufen und Lieferschwierigkeiten, etwa in der Papierindustrie. Die Mainzer CDU kritisierte scharf, dass die Wahl rund einen Monat nach Ablauf der 90-Tage-Frist stattfindet.

Gut möglich, dass der Mainzer OB sogar erst noch später gewählt wird. Denn sollte es zu einer Stichwahl kommen, was angesichts der vielen Kandidaten nicht unwahrscheinlich ist, würde diese am Sonntag, den 5. März, stattfinden.

Wie wird gewählt?

Die Mainzer Bürger wählen ihren Oberbürgermeister direkt. Anders ist es beispielsweise bei der Wahl des Bundeskanzlers: Der wird nämlich nicht von den Bürgern direkt gewählt, sondern vom Bundestag.

Wer steht zur Wahl?

Bisher gibt es sieben Kandidaten für die Ebling-Nachfolge:

Nino Haase (parteilos)

Mit einem Millionengewinn in der TV-Show „Schlag den Raab“ machte sich Nino Haase 2009 erstmals einen Namen. Er engagierte sich später als Sprecher einer Initiative gegen den geplanten Bau des Bibelturms in Mainz und trat schließlich 2019 als parteiloser Kandidat mit Unterstützung der Mainzer CDU gegen Amtsinhaber Michael Ebling bei der OB-Wahl an. Dabei schaffte es Haase bis in die Stichwahl, in der er fast 45 Prozent der Stimmen erhielt, aber dennoch scheiterte. Nachdem es in den vergangenen Jahren lokalpolitisch eher ruhig um Haase wurde, tritt er nun ein zweites Mal an.

Manuela Matz (CDU)

Aktuell ist Manuela Matz von der Mainzer CDU noch Wirtschaftsdezernentin der Stadt Mainz. Wenn es nach ihr geht, dann steigt die studierte Wirtschaftsjuristin im kommenden Jahr zur Mainzer Oberbürgermeisterin auf. Matz ist seit 1992 Mitglied der CDU, engagiert sich seit 2005 bei der Mainzer CDU und folgte 2018 auf den Wirtschaftsdezernenten Christopher Sitte (FDP).

Mareike von Jungenfeld (SPD)

Ziemlich überrascht war man bei der Mainzer SPD über den schnellen Wechsel des Amtsinhabers Michael Ebling ins Innenministerium. Einen klaren Nachfolger oder eine Nachfolgerin Eblings konnte die Partei in den vergangenen Jahren noch nicht aufbauen. Erst in der vergangenen Woche präsentierte die SPD daher etwas überraschend Mareike von Jungenfeld als Kandidatin. Die 41-Jährige bildet mit Christian Kanka derzeit die Doppelspitze der Mainzer SPD und ist seit 2017 Finanzreferentin der Landes-SPD.

Marc Engelmann (FDP)

Der promovierte Volljurist Marc Engelmann tritt für die Mainzer FDP bei der Wahl zum Oberbürgermeister an. Engelmann hat sich auf Öffentliches Recht und Verwaltungsrecht spezialisiert und kandidierte bereits bei der vergangenen Landtagswahl um das Direktmandat im Wahlkreis II. Er gehört dem Kreisvorstand der Mainzer FDP an und ist in mehreren Landesfachausschüssen der Partei aktiv.

Christian Viering (Grüne)

Als bisher letzter OB-Kandidat wurde Ende Oktober Christian Viering von den Grünen vorgestellt. Nachdem zuvor mehrere Kandidaten wie Katrin Eder, Tabea Rößner oder Daniel Köbler öffentlich bekanntgegeben hatten, nicht zu kandidieren, fiel die Wahl auf Christian Viering. Der 38-Jährige ist gelernter Chemikant und hat seit 2014 das Amt des freigestellten Betriebsrats beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim inne. In seiner Freizeit engagiert er sich als Mitglied der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) und sitzt als Vertreter der Fanabteilung im Aufsichtsrat des 1. FSV Mainz 05.

Lukas Haker (Die Partei)

Ein 23-jähriger Wiesbadener als zukünftiger Mainzer Oberbürgermeister? Geht es nach der Satirepartei „Die Partei“, wird es so kommen. Der Wiesbadener Stadtverordnete Haker könnte der wohl jüngste Oberbürgermeister der Mainzer Stadtgeschichte werden.

„Nachdem die SPD den Platz in über 70 Jahren warmgehalten hat, wird es dort Zeit für Abwechslung. Wir möchten den alten, weißen Mann durch einen jungen, weißen Mann ersetzen, denn unser Matz weiß, was die Jugend will“, erklärte die Partei bei Hakers Nomminierung.

Martin Malcherek (Die Linke)

Bereits 2019 trat Martin Malcherek für die Linke bei der Mainzer OB-Wahl an, allerdings mit überschaubarem Erfolg: Lediglich 2,8 Prozent der Stimmen gingen damals an den Linkenpolitiker. Malcherek sitzt für die Linke im Mainzer Stadtrat und kandidierte 2017 bereits für den Einzug in den Bundestag. Unter anderem will Malcherek eine menschenfreundlichere Verkehrspolitik und die Wiedervereinigung von Mainz mit den rechtsrheinischen Stadtteilen Amöneburg, Kastel und Kostheim (AKK).

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