Nach versuchtem Totschlag: Razzia auch in Mainz

Dringend Tatverdächtiger festgenommen

Nach versuchtem Totschlag: Razzia auch in Mainz

Insgesamt neun Wohnräume und eine Gartenparzelle hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag in einem Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdelikts durchsucht. Ein dringend Tatverdächtiger wurde festgenommen.

Die Durchsuchungen fanden in Frankfurt (sechs Objekte), Rüsselheim (zwei Objekte), Mainz und Nauheim statt. An den Durchsuchungen, die in den frühen Morgenstunden begannen, waren etwa 200 Polizisten beteiligt.

Das Ermittlungsverfahren, das wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung geführte wurde, richtete sich gegen fünf junge Männer, die zum Teil einer im Rhein-Main-Gebiet ansässigen Großfamilie angehören sollen, so die Staatsanwaltschaft.

Opfer nach Messerstich fast gestorben

Den Beschuldigten im Alter von 21 bis 36 Jahren wird folgendes zur Last gelegt: Sie sollen sich in den frühen Morgenstunden des zweiten März dunkel gekleidet und mit Sturmhauben maskiert ins Frankfurter Gallusviertel begeben haben. Dort sollen sie auf offener Straße mit verschiedenen Schlagwerkzeugen (Totschläger, Baseballschläger) auf einen 38-Jährigen eingeschlagen haben. Außerdem soll das Opfer einen Messerstich in den Oberschenkel erhalten haben, der bis auf die Knochen reichte und zu einer stark blutenden Arterienschädigung führte, die ohne schnelle Erstversorgung zum Tod des Geschädigten geführt hätte.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll die Tat auf Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppen im Milieu zurückzuführen sein. Sie soll zudem im Zusammenhang mit einer Schießerei stehen, die sich in der Nacht zum 29. Januar 2021 vor einem Kiosk im Frankfurter Allerheiligenviertel ereignet hatte. Die in vorliegendem Verfahren beschuldigten Personen sollen der Gruppierung zuzuordnen sein, die seinerzeit angegriffen wurde.

Bei den heutigen Durchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt, darunter zwei Schusswaffen sowie schriftliche Unterlagen, Computer und elektronische Datenträger. Der festgenommene Beschuldigte wurde zur Verkündung des Haftbefehls dem Haftrichter am Amtsgericht Frankfurt vorgeführt.

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