Kommt ein Trinkwassermangel auf uns zu?

Das Frühjahr ist heiß und trocken. Wirkt sich das bereits auf die Trinkwasserversorgung in Mainz aus? Wir haben nachgefragt.

Kommt ein Trinkwassermangel auf uns zu?

Wann hat es zuletzt mal so richtig ausgiebig geregnet? Man kann sich kaum daran erinnern. Das Frühjahr war einmal mehr zu heiß und zu trocken – und es scheint auch so weiterzugehen. „Wie es aktuell aussieht, erreichen wir ab Dienstag täglich 30 Grad und mehr“, prognostiziert Diplom-Meteorologe Dominik Jung (Q.met). Klar sei schon jetzt, dass es in der kommenden Woche weitestgehend trocken in Mainz und Umgebung bleiben soll.

Die europaweite Trockenheit hat bereits Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung. In mehreren Gebieten Italiens gilt seit Montag der Dürrenotstand. Mancherorts ist Trinkwasser nur eingeschränkt zugänglich, Brunnen sind teilweise abgestellt.

Auch hierzulande gibt es in einigen Städten bereits Einschränkungen bei der Wassernutzung. In Potsdam darf kein Wasser zum Gießen mehr aus Seen, Flüssen und Gräben gepumpt werden. Königstein im Taunus hat die Trinkwasserknappheit bereits im Mai ausgerufen – dort war unverhältnismäßig viel Trinkwasser zum Gießen von Gärten und für Pools verwendet worden.

Versorgungslage leicht angespannt

In Mainz gibt es solche Einschränkungen bisher nicht. Rund 265.000 Menschen werden in der Stadt und der Region täglich mit Wasser aus den Wasserwerken Eich, Hof Schönau und Petersaue versorgt. Gewonnen wird es aus Grundwasser und versickertem Rheinwasser.

„Da es im Frühjahr viele Wochen sehr trocken war und auch der Juni wenig Niederschlag brachte, ist die Versorgungslage leicht angespannt, aber noch nicht kritisch“, erklärt Michael Theurer von den Mainzer Stadtwerken. Aber: „Uns machen vor allem die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Spitzenverbräuche im Sommer Kopfzerbrechen“, sagt Theurer. „Denn unsere Anlagen fahren dann unter Höchstlast, um genügend Rohwasser zu fördern und Trinkwasser produzieren zu können.“

„Wenn die Spitzenverbräuche in den kommenden Tagen weiter stark ansteigen würden und es trocken bleibt, müsste man irgendwann die Bevölkerung dazu aufrufen, Wasser einzusparen.“ - Michael Theurer, Mainzer Stadtwerke

Man habe bereits Millionenbeträge in die Trinkwasserversorgung investiert und werde das auch weiterhin tun, um auf die gestiegenen Spitzenverbräuche reagieren zu können. So baue man beispielsweise neue Brunnen. Aber: „Wenn die Spitzenverbräuche in den kommenden Tagen weiter stark ansteigen würden und es trocken bleibt, müsste man irgendwann die Bevölkerung dazu aufrufen, Wasser einzusparen“, sagt Theurer. „Etwa, indem man dann keine Pools und Planschbecken mehr füllt oder privat das Auto wäscht und den Rasen sprengt.“

Grundsätzlich sollten die Mainzer eines tun, um einen Trinkwassermangel zu verhindern, so Theurer: „Sich bewusst machen, dass Trinkwasser ein kostbares Gut ist.“ Und es entsprechend nutzen.

So spart ihr Wasser

Wasser kann man auf vielen Wegen sparen – sei es im Haushalt oder im Garten. Es muss nicht immer eine große Investition sein, auch kleine Veränderungen helfen. Hier findet ihr ein paar Tipps:

  • Regenwasser zum Gießen in Zisternen auffangen und morgens oder abends gießen anstatt in der prallen Mittagssonne. Übrigens: Wer seinen Rasen seltener mäht, bewahrt ihn eher vor dem Austrocknen und muss ihn nicht regelmäßig bewässern.

  • Wasserhahn nicht unnötig lang laufen lassen – zum Beispiel beim Zähneputzen oder beim Einseifen unter der Dusche.

  • Duschen statt Baden.

  • Waschmaschine und Geschirrspüler ausschließlich voll beladen laufen lassen.

  • Wassersparende Haushaltsgeräte, Duschkopfeinsätze, Küchenarmaturen und Toilettenspülungen anschaffen.

  • Tropfende Wasserhähne und nachlaufende Toilettenspülungen reparieren.

Ihr habt weitere Tipps zum Wassersparen? Dann schreibt sie in die Kommentare!

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