Mainz oder Wiesbaden: Wo kann man besser ausgehen?

Wer kann es besser: Mainz oder Wiesbaden? In unserer Serie lassen wir die beiden Städte gegeneinander antreten. Im ersten Teil geht es ums Feiern und Weggehen.

Mainz oder Wiesbaden: Wo kann man besser ausgehen?

Wiesbaden als Vorbild für Mainz? Was für viele Mainzer beinahe absurd klingt, kann sich OB-Kandidat Martin Malcherek zumindest in einem Punkt vorstellen: wenn es um die Kultur- und Feierszene geht. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Kreativität ihren Stellenwert in der Stadt bekommt“, sagte er gegenüber Merkurist (wir berichteten). Malcherek nannte den Wiesbadener Schlachthof als mögliches Vorbild. „So etwas wünsche ich mir auch in Mainz.“ Doch wie ist es generell um das Nachtleben in beiden Städten bestellt? Wir haben sie verglichen.

Wer hat die besseren Clubs?

In Wiesbaden einen klassischen Club zu finden, ist gar nicht so leicht. Bekannt ist die Großraumdisko „Euro Palace“ in Mainz-Kastel, die sowohl von Wiesbadenern als auch von Mainzern besucht wird. In der Innenstadt wird es schon schwieriger, vor allem, seit das Gestüt Renz (wir berichteten) und das New Basement geschlossen haben. Zum Feiern gehen die Wiesbadener beispielsweise in den von Malcherek erwähnten Schlachthof, in dem nicht nur Konzerte und Kulturveranstaltungen stattfinden, sondern auch regelmäßig Partys. Die gibt es auch im Kulturpalast, im ParkCafé und in der Kreativfabrik. Hip-Hop-Fans können noch im Kontext feiern, das sich in der Nähe des Schlachthofs befindet. Auch in der „Spaßkneipe“ Pupasch wird immer wieder getanzt.

Und Mainz? Auch hier hat die Clubszene in den letzten Jahren etwas gelitten. Mit dem Star Club, dem 50 Grad und dem Gebäude 27 schlossen drei Clubs in zweieinhalb Jahren. Aber: In Mainz gibt es immer noch eine ordentliche Auswahl: Tanzen kann man beispielsweise im Schon Schön, im Red Cat, im Caveau, in der Dorett-Bar, in der Comodo-Bar oder im Roxy. Im Dezember eröffnete zudem das Kulturzentrum (KUZ) nach drei Jahren Sanierungspause wieder. Auch außerhalb des Zentrums gibt es Feiermöglichkeiten: Bellini, Imperial, Pyramide oder Roof 175. Und auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität finden regelmäßig Partys statt.

Fazit: Mainz hat mehr Auswahl.

Wo gibt es die besseren Konzerte?

Der Wiesbadener Schlachthof ist die Konzert-Location in der näheren Umgebung. Ein ähnliches Format findet man erst wieder in Frankfurt mit der Batschkapp. Im Schlachthof treten sowohl Newcomer auf als auch Stars wie die Toten Hosen, Fettes Brot oder Nick Cave. Auch bei den Open-Air-Konzerten auf dem Bowling Green ist eigentlich jedes Jahr ein Hochkaräter dabei. In diesem Jahr machte Elton John auf seiner Abschiedstournee vor dem Kurhaus Station. Konzerte finden beispielsweise auch in der Kreativfabrik, im Kulturpalast oder in der Kulturkneipe Sabot statt.

Malcherek hat recht: Eine Location wie den Schlachthof sucht man in Mainz vergebens. Die Konzertreihe „Summer in the City“ schafft es aber immer wieder, bekannte Acts nach Mainz zu holen. Der Höhepunkt in diesem Jahr: Zum dritten Mal spielte Literatur-Nobelpreisträger Bob Dylan in Mainz. Für 2020 hat sich schon Rockstar Lenny Kravitz angekündigt. Konzerte finden etwa auch in der Halle 45, im Kuz oder Schon Schön statt, kleine Rockkonzerte im Alexander The Great oder Caveau.

Fazit: Dank Schlachthof siegt Wiesbaden knapp.

Wer hat die besseren Feste?

Mit dem Ostermarkt in der Innenstadt startet in Wiesbaden jedes Jahr die Straßenfestsaison. Bis zum Ausklang des Sommers wird in der Kurstadt dann an fast jedem zweiten Wochenende gefeiert. Vom Schiersteiner Hafen, über die Höfe in Biebrich, bis zur vornehmen Taunusstraße fallen die Feste dabei sehr unterschiedlich aus. Zu den Höhepunkten des Festkalenders zählen sicherlich das Wilhelmstraßenfest mit jährlich rund 250.000 Besuchern, die Rheingauer Weinwoche mit mehr als 100 Winzerständen und das mehrteilige Stadtfest Ende September mit Eröffnungskonzert, Erntedank in der Parkanlage „Am Warmen Damm“ und verkaufsoffenem Sonntag.

Auch in Mainz wird viel unter freiem Himmel gefeiert - unter anderem beim „Rheinfrühling“ (April), bei den „Sommerlichtern“ im Juli und beim Weinmarkt im Spätsommer. Höhepunkt ist aber die „Johannisnacht“, die im nächsten Juni schon zum 52. Mal stattfindet. Das Fest zu Ehren von Johannes Gutenberg wartet mit Livemusik und einem Künstler- und Büchermarkt auf sowie mit Fahrgeschäften und einer Streetfood-Meile. Auch das traditionelle Gautschen und das Feuerwerk am Montagabend gehören dazu.

Fazit: Beide Städte bieten zwar viele Feste, aber Wiesbaden liegt hier knapp vorn.

Wo lässt sich die Fastnacht besser feiern?

Die Wiesbadener Fastnacht kann nicht ganz mit der Mainzer mithalten, der große Fastnachtssonntagszug ist aber über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Wenn sich sonntags die Wagen und Fußgruppen vom Elsässer Platz aus auf den Weg machen, säumen mehrere Tausend Besucher die Straßen in der Innenstadt. Vor allem bei Familien und bei Besuchern aus dem Rheingau ist der Umzug beliebt. Kleinere folgen zwar montags und dienstags in einzelnen Stadtteilen, so närrisch wie auf der anderen Rheinseite geht es in der hessischen Landeshauptstadt aber nicht zu.

Wenn es um die fünfte Jahreszeit geht, ist Mainz wohl die Feier-Hauptstadt der Region. Schon am 11.11. feiern die Narren kräftig vor dem Osteiner Hof auf dem Schillerplatz. Und ab dem 1. Januar geht es dann richtig los: Neujahrsumzug, Saalfastnacht und schließlich Fernsehfastnacht. Höhepunkt sind dann die närrischen Tage rund um den Rosenmontag. Von Weiberfastnacht am Donnerstag über den Jugendmaskenzug und den „Tanz auf der Lu“ bis hin zum großen Zug und der „Rosenmondnacht“ bietet Mainz eine große Palette an Feiermöglichkeiten - bis am Aschermittwoch wieder alles vorbei ist.

Fazit: Mit der Mainzer Fastnacht lässt sich nur schwer mithalten.

Mainz gewinnt also bei Clubs und Fastnacht, Wiesbaden hat die Nase bei den Festen und Konzerten vorne. Wer am Wochenende weggehen will, ist aber in Mainz besser aufgehoben.

Was ist Eure Meinung? In welcher Stadt kann man besser ausgehen? Postet Euren Kommentar unter den Artikel. (df/js)

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