LKA stellt 649 Kilo Drogen sicher und nimmt elf Tatverdächtige fest

Dem LKA Rheinland-Pfalz ist gemeinsam mit dem Zollfahndungsamt Frankfurt ein Schlag gegen den organisierten Rauschgifthandel gelungen. Beschlagnahmt wurden rund 650 Kilo Rauschgift – darunter eine Rekordmenge LSD.

LKA stellt 649 Kilo Drogen sicher und nimmt elf Tatverdächtige fest

Der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) von Polizei und Zollfahndungsamt ist es gelungen, eine international operierende Drogenhändlergruppe auszuheben. Gemeinsam mit Einsatzkräften aus Bayern, Baden-Württemberg und aus dem Saarland gelang es den rheinland-pfälzischen Beamten, etwa 649 Kilogramm Betäubungsmittel sicherzustellen und dabei sieben Tatverdächtige festzunehmen. Mittlerweile konnten weitere Verdächtige ermittelt und festgenommen werden. Bei ihnen handelt es sich um elf Männer und eine Frau aus Deutschland, der Türkei, Polen, Belgien und der Ukraine. Die Frau befindet sich derzeit nicht in Haft.

Scheinfirmen für Drogenkuriere

Anlass war ein von der Staatsanwaltschaft Koblenz eingeleitetes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf internationalen Rauschgifthandel. Zuvor waren am 17. Mai 2017 im schwedischen Malmö über 350 Kilogramm Rauschgift sichergestellt worden. Die Ermittlungen führten zu einem Ehepaar aus Andernach, weshalb die Staatsanwaltschaft Koblenz die Ermittlungen übernahm. Im Zuge der Untersuchungen wurden weitere Mitglieder der Gruppe identifiziert, die mit mehreren Scheinfirmen Drogentransporte durch ganz Europa durchführte. An den von Europol und Eurojust koordinierten Ermittlungen waren Behörden in Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Spanien beteiligt.

LKA-Präsident Johannes Kunz lobte auf der gemeinsamen Pressekonferenz am Montag in Mainz die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ der europäischen Partner. Es handle sich um ein „Verfahren, das man in seiner Dienstzeit nur ein Mal erlebt“. Die Erfolge beruhten auf „knallharter Polizeiarbeit“, für die er den beteiligten Beamten der unterschiedlichen Dienststellen und Behörden ausdrücklich dankte. Der Koblenzer Oberstaatsanwalt Rolf Wissen sagte, dass der Fall die sehr gute Zusammenarbeit der europäischen Behörden demonstriere.

Die Ermittlungen im Fall seien noch nicht abgeschlossen, man hoffe aber in einigen Wochen auf abschließende Ergebnisse, erklärte Wissen weiter. Derzeit sei bekannt, dass die Gruppe wohl seit 2013 im großen Stil Drogen quer durch Europa transportiert habe, so Staatsanwalt Thorsten Kahl von der Staatsanwaltschaft Koblenz. Dabei habe die GER seit September 2017 verdeckt ermittelt. Bei zwei Zugriffen im Januar sei dann die am Montag gezeigte Menge von 649 Kilogramm Drogen sichergestellt worden.

Gut sieben Tonnen Drogen transportiert

Dabei handelt es sich um 268 Kilogramm Haschisch, 276 Kilogramm Marihuana, 26 Kilogramm Amphetaminpaste, 1 Kilogramm kristallines MDMA sowie rund 49.000 Tabletten Ecstasy und gut 49.500 LSD-Trips. Bei der ursprünglichen Festnahme in Malmö 2017 wurden bereits 118 Kilogramm Cannabis, 217 Kilogramm Amphetamine, 5 Kilogramm MDMA, 3 Kilogramm Kokain sowie gut 20.000 Tabletten Ecstasy sichergestellt. Insgesamt gehe man nach gegenwärtigem Ermittlungsstand davon aus, dass die Gruppe seit Sommer 2016 etwa sieben Tonnen Rauschgift transportiert hat, sagte Wissen. Darin seien auch nicht sichergestellte Mengen enthalten, von denen man etwa aus Aussagen der Verdächtigen erfahren habe, so die Staatsanwälte Wissen und Kahl.

“Die Menge der sichergestellten Drogen ist für Rheinland-Pfalz außergewöhnlich.“ – LKA-Präsident Johannes Kunz

Die von der GER im Januar sichergestellte Menge habe einen geschätzten Marktwert von 9,8 Millionen Euro, sagte Philipp Bauer, stellvertretender Leiter des Dezernats 49 Rauschgiftkriminalität und Leiter der Einsatzgruppe „Vasa“. Auffällig sei der hohe Reinheitsgrad. So habe das Bundeskriminalamt bei den Amphetaminen einen Wirkstoffgehalt von weit über 90 Prozent ermittelt. Man könne hier von Laborware sprechen, die vor dem Verkauf auf ein Vielfaches gestreckt worden wäre. Für Rheinland-Pfalz sei die Menge außergewöhnlich, sagte LKA-Präsident Kunz. Das Land sei aber kein Umschlagplatz, sondern wegen der wichtigen Autobahnen A61 und A3 eher ein „Durchfuhrland“. Für die Staatsanwaltschaft Koblenz sei es die größte jemals sichergestellte Menge an Rauschgift, sagte Oberstaatsanwalt Wissen. Die Menge an LSD sei sogar eine bundesweite Rekordmenge. Bis zum Ende eines möglichen Prozesses verbleiben die Drogen in Mainz und werden anschließend vernichtet.

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