DRK schlägt Alarm: „Die Blutkonserven reichen noch für ein bis zwei Tage“

Dem Deutschen Roten Kreuz geht das Blut aus: Die Konserven reichen noch für ein bis zwei Tage. An was das liegt und welche Folgen die derzeit mangelnde Spendenbereitschaft haben kann, erklärt das DRK im Merkurist-Interview.

DRK schlägt Alarm: „Die Blutkonserven reichen noch für ein bis zwei Tage“

800 Blutkonserven werden allein in Rheinland-Pfalz und im Saarland täglich benötigt – für schwerstkranke Patienten, für Operierte und Verletzte. Das Blut stammt von anderen Menschen, die es freiwillig gespendet haben. Bis zu drei kranken oder verletzten Menschen kann nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit einer einzigen Blutspende geholfen werden.

Der Blutspendedienst des DRK Rheinland-Pfalz und Saarland ist einer der Hauptversorger der rheinland-pfälzischen Kliniken mit den lebensnotwendigen Blutpräparaten. Doch nun geht ihnen allmählich das Blut aus: „Gerade trifft die Redewendung ‘von der Hand in den Mund’ recht gut“, erklärt der stellvertretende Pressesprecher Daniel Beiser gegenüber Merkurist. Je nach Blutgruppe würden die Konserven noch für ein bis zwei Tage reichen, „wobei diese Werte sich täglich ändern“, so Beiser.

Anhaltend hoher Bedarf in Kliniken

Dieser Mangel stelle das DRK und die Kliniken gerade vor „drastische Herausforderungen“. Denn der Bedarf an Blutpräparaten sei in den Krankenhäusern anhaltend hoch, der Bestand jedoch gering. „Dies gefährdet derzeit die stabile Versorgungslage massiv“, sagt Beiser. So seien in den vergangenen Tagen die Lieferungen an die Krankenhäuser um etwa die Hälfte gekürzt worden. Auch die „Notfallblutgruppe 0 RH neg“ könne nicht in den üblich vorgesehenen Mengen ausgeliefert werden. Gesichert sei jedoch die Versorgung mit Notfallpräparaten.

Die Gründe für den derzeitigen Mangel könnten unterschiedlich sein, so Beiser. Zum einen könnten die aufgehobenen Corona-Restriktionen dafür sorgen, dass weniger Menschen Blut spenden – sie seien dadurch wieder mehr unterwegs. Außerdem wirkten sich Feiertage und Ferien „nachhaltig negativ“ auf die Blutspendebereitschaft aus. „Auch das warme Wetter spielt sicherlich eine Rolle.“

Deutschlandweites Problem

Das Problem bestehe aber nicht nur in der Region, sondern in allen deutschen Bundesländern gebe es diese Versorgungsengpässe. Das habe Folgen auf den Betrieb in den Krankenhäusern, denen nun bedeutend weniger Konserven zur Verfügung stehen, als sie bestellen. Negative Auswirkungen gebe es etwa bei planbaren Operationen, so Beiser. Dass es in absehbarer Zeit gar keine Blutkonserven mehr gebe, könne aber nicht passieren. Dennoch: „Um jetzt weiter sicher versorgen zu können, benötigen wir dringend die Unterstützung der Bevölkerung und eine Steigerung der Blutspendebereitschaft.“

So könnt ihr helfen

Blut spenden kann jeder gesunde Mensch ab dem 18. Geburtstag bis einen Tag vor dem 76. Geburtstag. Wer zum ersten Mal Blut spendet, darf nicht älter als 68 Jahre sein. Frauen dürfen viermal, Männer sechsmal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Alle Termine findet ihr online unter www.blutspende.jetzt. Dort könnt ihr auch einen Termin reservieren. Auch nach überstandener Corona-Infektion könnt ihr spenden. Informationen und aktuelle Regelung dazu findet ihr hier. Fragen könnt ihr auch über die Hotline klären: 0800 1194911.

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