Ebersheimer Weihnachtshaus: Tragischer Schicksalschlag erschüttert Familie

Für seine im Wachkoma liegende Tochter schmückt Erwin Blankenberger seit Jahrzehnten an Weihnachten sein Haus. Nun ereilte die Familie erneut ein Schicksalsschlag. Das Haus könnte zudem dieses Jahr zum letzten Mal im Lichterglanz erstrahlen.

Ebersheimer Weihnachtshaus: Tragischer Schicksalschlag erschüttert Familie

Es war ein Tag im März 1983, der das Leben der Familie Blankenberger aus Ebersheim für immer verändert hat. Denn vor nunmehr fast 40 Jahren verunglückte die damals 16-jährige Tochter Anja so schwer, dass sie bis zum heutigen Tag in ein Wachkoma fiel. Seither kümmert sich die Familie Tag und Nacht aufopferungsvoll um ihre Tochter. Einmal im Jahr machen die Blankenbergers ihrer Tochter dann eine besondere Freude, indem sie Lichterketten und hellstrahlende Weihnachtsfiguren an ihrem Haus und im gesamten Garten installieren, auf die Anja reagiert. Nun stand für die Ebersheimer Familie ein weiterer tiefer Einschnitt an.

Lichterglanz eventuell zum letzten Mal

In diesem Jahr ist Erwin Blankenbergers Frau gestorben. Das erzählt Blankenberger gegenüber Merkurist. Nachdem sie einen Schlaganfall erlitten hatte, habe sie zuletzt mit schweren Herzproblemen kämpfen und deshalb auch in einer Klinik behandelt werden müssen, wie der Ebersheimer Familienvater bereits im letzten Jahr erklärte. „Ich hatte dann somit quasi zwei Pflegefälle zuhause.“ Für die Weihnachtsdekoration habe er deswegen auch weniger Zeit gehabt, da es nur schlecht möglich gewesen sei, draußen zu sein und Frau und Tochter allein im Haus zurückzulassen. Unterstützung habe er aber von seinen beiden Söhnen bekommen.

Weil er sich also um den arbeitsintensiven Aufbau der Beleuchtung nicht mehr so richtig kümmern konnte, habe er manche Elemente das ganze Jahr über hängen lassen. „Es ist eine leicht abgespeckte Version im Vergleich zu den Vorjahren“, sagt Blankenberger. Unter anderem habe ihm auch sein Bruder geholfen, die Lichterketten zu installieren.

Doch wie es nun im nächsten Jahr mit dem Lichterglanz weitergeht, ist noch ungewiss. „Ich werde jetzt bald 80 Jahre, irgendwann ist dann auch einmal Schluss“, sagt der Ebersheimer. Da er mitunter auch gesundheitlich angeschlagen sei, könnte die große Lichterschau bald der Vergangenheit angehören. Möglicherweise werde er dann nur noch einen Teil seines Hauses schmücken und die Fenster dekorieren. Bei all den Problemen und schwierigen Zeiten, die Blankenberger gerade durchlebt, verliert er dennoch nicht den Lebensmut. „Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und hoffe auf ein gutes neues Jahr 2023.“

Hintergrund

Erwin Blankenbergers Tochter Anja wurde 1983 unverschuldet Opfer eines Verkehrsunfalls, als eine Autofahrerin die Kontrolle über ihren Pkw verlor und Anja auf dem Bürgersteig umfuhr. Anschließend beging die Frau Fahrerflucht und flog in den Urlaub. Die Polizei konnte die Frau später jedoch überführen. Sie wurde rechtskräftig verurteilt. Anja Blankenberger fiel nach dem Unfall in ein Wachkoma und musste ein Jahr lang in der Mainzer Uniklinik behandelt werden, ehe ihre Eltern sie nach Hause holten und sie seitdem pflegten.

Eines Tages stellte Blankenberger fest, dass seine Tochter auf die bunten Lichter der Weihnachtsdekoration reagiert. „Man hat gemerkt, dass sich ihr Gesichtsausdruck verändert, wenn sie die Lichter sieht. Man konnte irgendwie spüren, dass es ihr gefällt“, erzählte der Ebersheimer. Manchmal öffnete seine Tochter dann sogar für kurze Momente die Augen. Deshalb wollte der Familienvater sein Haus zur Weihnachtszeit schmücken, solange es geht.

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