Gedenkstele geschändet: Ortsvorsteher spricht von „Anschlag auf moderne Gesellschaft“

Grünenfraktion verurteilt Hakenkreuz-Schmierereien

Gedenkstele geschändet: Ortsvorsteher spricht von „Anschlag auf moderne Gesellschaft“

Nachdem ein 51-Jähriger am Donnerstag eine Gedenkstele für die LSBTIQ-Verfolgte im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit mit Hakenkreuzen beschmiert hat (wir berichteten), hat sich am Freitagnachmittag auch Grünenpolitiker Dr. Brian Huck (Ortsvorsteher Altstadt, Stadtratsmitglied) zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme sagte Huck unter anderem: „Der Anschlag auf die Stele ist ein Anschlag auf die moderne, offene Gesellschaft.“

Bereits im August war die Stele von einem noch unbekannten Täter mit Farbe beschmiert worden (wir berichteten). „Die wiederholte Schändung der Gedenkstele ist für uns ein klares Signal, dass wir in unserem Einsatz für die LSBTIQ*-Gemeinschaft weitermachen müssen“, so Huck. Die Tat zeige, dass es an Gleichstellung und Akzeptanz schwuler, lesbischer, trans-, intersexueller, queerer Menschen noch weiteren Fortschritts bedürfe.

Bereits am Freitagvormittag hatte die Stadt Mainz die Tat verurteilt und angekündigt, Strafanzeige gegen den Täter zu stellen, der von der Polizei kurz nach der Tat festgenommen werden konnte.

Hintergrund:

Die Gedenkstele ist die erste Stele in Deutschland, mit der allen Opfern mit LSBTIQ-Hintergrund gedacht wird. Sie hebt die Erinnerung an ihr Leiden und Sterben hervor und spricht dieses deutlich aus. Wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) bei der Enthüllung der Stele Ende Juli 2021 sagte, ermahne die Stele uns zugleich, dass in vielen Ländern der Welt die Verfolgung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität, die von der Norm abweicht, weiter existiert. „Leider auch mitten in Europa. Dem werden wir uns weiterhin mit klaren Worten entschieden entgegensetzen.“

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