Lebensgefährliche Löscharbeiten: Waldbrand bei Traisen unter Kontrolle

Ein Waldbrand am Rotenfels bei Traisen ist unter Kontrolle. Zuvor musste der Ort evakuiert werden. Weltkriegsmunition im Boden machte die Löscharbeiten für die Feuerwehr lebensgefährlich.

Lebensgefährliche Löscharbeiten: Waldbrand bei Traisen unter Kontrolle

Aufatmen am Rotenfels bei Bad Kreuznach: Der Waldbrand, der seit Samstagnachmittag die Einsatzkräfte in Atem hält, ist unter Kontrolle. Das teilte Landrätin Bettina Dickes (CDU) am Montagmorgen mit. Wie der SWR berichtet musste zuvor die gesamte Ortschaft Traisen mit rund 650 Einwohnern evakuiert werden. Eine besondere Gefahr ging von alter Weltkriegsmunition im Boden aus, die die Löscharbeiten massiv erschwerte.

Obwohl es in der Nacht zu Montag regnete, ist die Gefahr noch nicht vollständig gebannt. Laut Dickes sind zwar keine lodernden Flammen mehr zu sehen, aber es glimme noch an vielen Stellen im Waldboden. „Da sind wir heute wirklich überglücklich, dass wir im Moment zumindest sagen: Wir haben die Lage im Griff“, so die Landrätin. Unter anderem habe ein errichteter Sprenkler-Wall gehalten und eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert.

Um die verbliebenen Glutnester zu löschen und den heißen Boden zu kühlen, sollen nun drei spezielle Löschroboter zum Einsatz kommen. Wie der Katastrophenschutz Bad Kreuznach mitteilt, werden die ferngesteuerten Fahrzeuge am Montagvormittag erwartet. Unter ihnen befindet sich auch der weltweit größte Löschroboter seiner Art mit dem Namen „Wolf“.

Weltkriegsmunition macht Löscharbeiten lebensgefährlich

Der Einsatz der Roboter ist notwendig, weil die rund 600 Feuerwehrleute das Brandgebiet wegen im Boden liegender Weltkriegsmunition nicht direkt betreten können. Laut Landrätin Dickes wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Kampfmittel in dem Waldstück gesammelt und zur Sprengung angezündet. „Dabei habe manches nicht gezündet, sondern sei bis 1.000 Meter weit weg geflogen“, erklärt sie. Immer wieder komme es deshalb zu kleineren Explosionen.

Aus diesem Grund konnten auch keine Löschhubschrauber eingesetzt werden, da der nötige Sicherheitsabstand aus der Luft nicht hätte eingehalten werden können. Das Feuer wütete auf einer Fläche von etwa drei Hektar in steilem und unwegsamem Gelände. Die Einsatzleitung befürchtet, dass am Ende eine doppelt so große Fläche zerstört sein könnte. Die Brandursache ist noch unklar.

650 Menschen aus Traisen in Sicherheit gebracht

Wegen der starken Rauchentwicklung und der Explosionsgefahr wurde die Ortschaft Traisen evakuiert. Die rund 650 betroffenen Einwohner wurden gebeten, sich auf eine längere Abwesenheit einzustellen. Viele kamen bei Freunden und Verwandten unter, sodass eine eingerichtete Betreuungsstelle in der Birkenberghalle in Roxheim inzwischen wieder geschlossen werden konnte.

Einige Bewohner mussten bei der Evakuierung ihre Tiere zurücklassen, darunter Katzen und Hühner. Sie hoffen, bald wieder zu ihren Häusern zurückkehren zu können, um die Tiere zu versorgen.