Dieser Mainzer spielt für Deutschland bei der Lacrosse-WM

Bei den Olympischen Spielen vertreten war der Lacrosse-Sport zuletzt vor 110 Jahren. Mittlerweile entwickelt sich die Rand- zur Trendsportart. Bei der WM, die aktuell in Israel stattfindet, spielt auch Deutschland mit. Dabei ist auch ein Mainzer.

Dieser Mainzer spielt für Deutschland bei der Lacrosse-WM

In den Kader der deutschen Fußballnationalmannschaft hat es in diesem Sommer kein Mainzer geschafft. Vielleicht stünde die Elf von Bundestrainer Joachim Löw ja sonst in der K.o.-Runde der Fußball-WM in Russland und wäre nicht schon nach drei Spielen ausgeschieden. Beim Deutschen Lacrosse Verband (DLaxV) scheint man da schon weiter gedacht zu haben. Schließlich steht mit Dominic Schüler (30) ein Mainzer im deutschen WM-Kader.

Lacrosse, das ist ein Mannschaftssport, der mit einer Art Netz-Schläger und einem Hartgummiball gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen und mehr Tore als die gegnerische Mannschaft zu erzielen. Gespielt wird entweder im Freien (Field) oder in der Halle (Indoor). Weitere Infos zu den Lacrosse-Regeln findet Ihr hier.

Keine Rachegelüste

Im Laufe des Samstags ging es für Schüler und seine Teamkollegen nach Netanya in Israel, wo die Weltmeisterschaft im Field-Lacrosse in diesem Jahr stattfindet. Zum Turnierstart kommt es für das deutsche Team ausgerechnet zur Begegnung mit Südkorea - also der Mannschaft, die bei der Fußball-WM das Vorrundenaus der DFB-Elf besiegelte. Doch Rachegelüste haben die Lacrosse-Spieler nicht: „Viele Lacrosser sind nicht übermäßig fußballaffin. Ich selbst schaue mir nur ab und zu ein Fußballspiel an, auch wenn mein Herz als Meenzer Bub für unsere 05er schlägt und ich hoffe, dass sie jedesmal einen Sieg einfahren können“, sagt Dominic Schüler im Gespräch mit Merkurist.

„Für die Teilnahme an der WM zahle ich rund 6000 Euro“ - Dominic Schüler

Fußball und Lacrosse - das lässt sich in Deutschland ohnehin nur schwer vergleichen. Während Profi-Fußballer hier hohe Summen verdienen, müssen Lacrosse-Spieler bei großen Turnieren wie der Weltmeisterschaft selbst noch draufzahlen. „Für die Teilnahme an der WM zahle ich rund 6000 Euro“, sagt Schüler. Doch wie ist der Mainzer überhaupt zum Lacrosse-Sport gekommen?

„Ich habe in meiner Kindheit viele Sportarten ausprobiert, zum Beispiel Fußball und Basketball“, sagt Schüler. Als er nach der Schule seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner nachging, sei der Vereinssport für ihn in den Hintergrund gerückt. „Ende 2011 habe ich dann die 'Schallmauer' von 100 Kilogramm überschritten - da wusste ich: jetzt muss ich etwas ändern.“ Schüler fing an zu joggen, nahm relativ schnell 10 bis 15 Kilogramm ab und kam mit der für ihn neuen Sportart Lacrosse in Berührung.

Zunächst habe er sich noch im Rugby versucht, später dann bei den Mainz Musketeers im Lacrosse, erzählt Schüler. „Mir wurde der Sport erklärt - wie das mit dem Passen und dem Fangen funktioniert. Den Schläger habe ich überallhin mitgeschleppt, Bälle an die Wand geschlagen, um meine Technik durch passen gegen eine Wand zu verbessern.“ Mit der Zeit habe er sich immer wohler gefühlt und die Automatismen der Sportart verinnerlicht.

MVP im Meisterschafts-Finale

Im Jahr 2013 - Schüler studierte inzwischen - zog es ihn wegen eines Studienwechsels nach Köln. Dort schloss er sich den KKHT Schwarz-Weiß Cologne Indians Lacrosse an. „Ich habe mich immer weiterentwickelt, teilweise sogar dreimal in der Woche neben dem regulären Training noch Anstöße - die sogenannten Face-Offs - trainiert“, sagt Schüler. Inzwischen ist er auf die Face-Offs praktisch spezialisiert. „Ich mache die Anstöße und versuche, den Ball für uns zu gewinnen“, so Schüler. Die Belohnung: Im Frühjahr 2015 folgte die erste Nominierung für die Indoor-Lacrosse-Nationalmannschaft.

Schüler ist erfahren, wurde im Jahr 2017 deutscher Meister mit den Kölnern und dabei im Finale zum MVP (Most Valuable Player) - dem wertvollsten Spieler - gewählt. Doch mit welchen Erwartungen geht er nun zur Weltmeisterschaft? „Die Zielsetzung unserer Trainer ist klar: Wir wollen es unter die ersten Sechs der WM schaffen“, sagt Schüler.

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