Bisher unveröffentlichte Aufnahmen vom zerstörten Mainz

Die ZDF-Dokumentation „Wir im Krieg - Privatfilme aus der NS-Zeit“ zeigt private, bisher unveröffentlichte Einblicke aus der NS-Zeit und dem Zweiten Weltkrieg. Auch Bilder aus Mainz sind zu sehen.

Bisher unveröffentlichte Aufnahmen vom zerstörten Mainz

Bilder eines riesigen Kraters in einem Gonsenheimer Vorgarten zeigt die Dokumentation „Wir im Krieg - Privatfilme aus der NS-Zeit“, die am 6. August im ZDF zur Primetime ausgestrahlt wird.

Diese Dokumentation wird anlässlich des 80. Jahrestages des Kriegsausbruchs 1939 gezeigt. Sie solle unzensiert persönliche Einblicke auf den Alltag in der NS-Diktatur und auf den Zweiten Weltkrieg liefern, so der Sender in einer Pressemitteilung. Die Dokumentation zeige Amateurfilme aus privaten Sammlungen. Bisher unveröffentlichte, privat gefilmte Aufnahmen von Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, die einen anderen Blick auf diese Zeit werfen als die vorwiegend vorliegenden Propaganda - und Wochenschauaufnahmen.

Aufnahmen aus Mainz

Es ist der 12. August 1942: Die Deutschen wiegen sich in Sicherheit und denken, der Krieg würde niemals in ihrer Heimat ankommen, als der erste Großangriff durch die britische Royal Air Force Mainz trifft. Bomben zerstören Mainz. Eine davon landet direkt im Vorgarten des Hobbyfilmers Dr. Hanns Krach aus Gonsenheim, der die Zerstörung sofort festhält. Ein paar Meter weiter links und das Haus selbst wäre der Bombe zum Opfer gefallen. Ein symbolisches Bild, das zeige: „der Krieg ist jetzt bei den Menschen vor der Haustür angekommen“, erklärt Anja Greulich aus der ZDFzeit-Redaktion.

Das ist auch der Grund, warum Autor Jörg Müllner diese Aufnahmen aus Mainz so spannend findet: „Eine Bombe, die direkt vor der Haustür einschlägt, ist natürlich ein Symbolbild - näher kann der Krieg kaum kommen.“ Dadurch, dass er schon in anderen Dokumentationen Aufnahmen des Mainzer Hobbyfilmers verarbeitet hat, kam Müllner dann auch an die Aufnahme, die er in „Wir im Krieg - Privatfilme aus der NS-Zeit“ verarbeitet hat.

Die Erstausstrahlung ist am Dienstag, den 6. August, um 20:15 Uhr. Die Dokumentation ist bereits 24 Stunden vorher in der Mediathek zu finden. Der Wiederholungstermin ist Donnerstag, der 8. August, um 1:45 Uhr. (df)

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