Mit der Mainzer Polizei unterwegs: Neue Folgen der „Nachtstreife“ starten

Bei einem Pressegespräch verrieten die Beteiligten nicht nur den Sendestart, sondern auch, was die Serie für sie bedeutet.

Mit der Mainzer Polizei unterwegs: Neue Folgen der „Nachtstreife“ starten

Lange mussten die Fans des SWR Doku-Formats „Nachtstreife“ auf die Fortsetzung warten. Nachdem die Dreharbeiten für „Nachtstreife 2.0“ in den vergangenen Monaten mehrfach verschoben werden mussten, stehen die Sendetermine der zweiten Staffel aber nun endlich fest.

„Beste Dokumentation polizeilicher Arbeit“

Außer den bekannten Protagonisten der ersten Staffel sind in „Nachtstreife 2.0“ auch einige neue Gesichter zu sehen. Produzentin Oya Eser (Deutsche ProduktionsUnion) verspricht zudem eine „spannende Mischung aus verschiedenen Deliktbereichen“. So seien die Polizeibeamten nach der Pandemie nun auch wieder mit mehr „klassischen Fällen“ in der Innenstadt konfrontiert. Außerdem gebe es mehr Einbruchsfälle als in der ersten Staffel, „eine besondere Herausforderung für den Kriminaldauerdienst“. Der KDD habe auch in dieser Staffel wieder die „ein oder andere spannende“ Todesermittlung. „Das hat auch ein bisschen mit der Zeit zu tun, mit der Einsamkeit“, so Eser. Mehr will sie vorab allerdings nicht verraten.

Für Polizeipräsident Reiner Hamm ist die Sendung „die beste Dokumentation polizeilicher Arbeit“. Nicht zuletzt durch die „geniale Idee“, die für Reality-Formate typische Erzählstimme durch O-Töne der Polizeibeamten zu ersetzen, sei die Serie sehr realistisch und nah am Menschen. Dabei war er der Idee einer Reality-Serie über Mainzer Polizeibeamte nicht von Beginn an zugetan. „Am Anfang war ich sehr skeptisch“, erzählt Hamm. Doch die Testaufnahme für die erste Staffel habe ihn dann schlichtweg „umgehauen“.

Aber kann eine Reality-Serie den Arbeitsalltag bei der Polizei wirklich originalgetreu wiedergeben? Natürlich könnten keine Situationen mit Schusswechseln oder starkem Widerstand gezeigt werden, räumt Hamm ein. Außerdem seien rechtliche und ethische Richtlinien zu befolgen. Vor allem bei Todesfällen spiele die Pietätsfrage eine entscheidende Rolle. „Bei der ersten Staffel hatten wir ein paar Fälle, wo wir uns im Nachhinein gefragt haben, ob man das wirklich so hätte zeigen sollen“, gibt er zu. In der zweiten Staffel habe man daher besonders auf diese Problematik achten wollen.

Viele neue Polizeibewerber aufgrund von Doku

An 64 Drehtagen – oder besser gesagt: Nächten – sei die Arbeit der Mainzer Alt- und Neustadtwache, des Kriminaldauerdienstes (KDD) und der Autobahnpolizei Heidesheim von Kamerateams begleitet worden, berichtet der Geschäftsführer der Deutschen ProduktionsUnion, Jan Senfft. Hinzugekommen seien zehn Drehtage für Drohnenaufnahmen und nochmals zehn Tage für die O-Töne der Polizeibeamten. „Die ständige Begleitung war am Anfang ungewohnt, jetzt in der zweiten Staffel konnte ich mich aber schneller darauf einstellen“, erzählt Polizeihauptkommissar Jan Enders von der Mainzer Altstadtwache. Vor allem zu Beginn jedes Einsatzes seien die Kameras Thema, da die gezeigten Personen ihr Einverständnis für den Dreh geben müssten. „Aber im Einsatz habe ich tatsächlich null Gedanken daran verschwendet, man vergisst die Kamera.“

Polizeipräsident Reiner Hamm freut sich indes über positive Rückmeldungen. „Die Sendung ist unser bestes Format für Nachwuchswerbung.“ So hätten nach Ausstrahlung der ersten Staffel viele neue Bewerber auf die „Nachtstreife“ verwiesen und diese als einen ihrer Motivationsgründe angegeben. Da die Bewerberzahlen in der langen Pause zwischen den Staffeln wieder etwas zurückgegangen seien, erhofft sich Hamm durch die Ausstrahlung von „Nachtstreife 2.0“ wieder steigendes Interesse am Polizeiberuf. Nicht zuletzt deshalb ziere ein Banner der „Nachtstreife“-Protagonisten jetzt auch den Eingangsbereich des Mainzer Polizeipräsidiums am Valenciaplatz. „Das sind Menschen, die sind überzeugt von diesem Beruf, die wollen sich einbringen“, verkündet Hamm.

Ab Donnerstag (20. Oktober) sind die sechs neuen Folgen der Doku-Serie aus dem Alltag der Mainzer Polizei in der ARD-Mediathek verfügbar, ab Freitag (21. Oktober) auf dem SWR YouTube-Kanal. Ab dem 27. Oktober werden die Folgen der zweiten Staffel donnerstags um 21 Uhr im SWR-Fernsehen gezeigt. Die Folgen haben eine Länge von jeweils 45 Minuten.

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