Erster ehrenamtlicher Sicherheitsdienst in Mainz

Eine kostenlose Bewachung von Festen, Läufen oder Sitzungen – das bietet der Verein „Dogfight Security“. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Erster ehrenamtlicher Sicherheitsdienst in Mainz

Wer für eine Veranstaltung einen privaten Sicherheitsdienst engagiert, muss dafür meistens viel Geld zahlen. Anders ist es bei „Dogfight Security Service“: Hinter dem Namen verbirgt sich ein eingetragener Verein. Die Bewachung von Festen, Läufen oder Sitzungen stellt der Verein also kostenlos bereit. „Abgesehen von einer möglichen Aufwandsentschädigung“, sagt Marcel Stöckling, erster Vorsitzender des Vereins.

Doch warum ehrenamtlich? „Wir kennen das Problem vieler Vereine, die sich einen Sicherheitsdienst nicht leisten können, weil die Preise viel zu hoch sind“, sagt Stöckling. Angefangen hatte es zunächst 2016 unter dem Namen „Demo Ordnungsdienst Mainz“. „Mit spärlicher Ausrüstung und unentgeltlich sorgten die Ordner für die Sicherheit beim Christopher Street Day“, heißt es auf der Homepage.

Gegen Rassismus und Homophobie

In den folgenden Jahren seien mehr Aufträge hinzugekommen, unter anderem in der Fußball-Oberliga beim SV Gonsenheim oder bei der Kleppergarde. Die Prinzipien sind laut Stöckling und dem zweiten Vorsitzenden Pascal Kexel: freundliches Auftreten statt Eskalation und Reden statt Gewalt. Zudem habe man eine klare Haltung gegen Rassismus und Homophobie. Stöckling und Kexel werden in wenigen Wochen heiraten.

Seit 2018 heißt der Verein „Dogfight Security“. Doch der Name kommt nicht überall gut an. So kommentiert Leser Markus unter dem Snip: „Der Name und das Logo wirken ja schon mal sehr ... ähm ... vertrauenserweckend.“ Stöckling sagt dazu: „Den Namen haben alle Vereinsmitglieder zusammen bestimmt. Die Kritik daran kann ich verstehen, aber der Name soll auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass wir irgendwie gefährlich sind.“ Auch den Vorwurf, Polizei spielen zu wollen, weist Stöckling von sich.

Was die Mainzer Polizei sagt

Die Mainzer Polizei kann auf Merkurist-Anfrage keine konkrete Aussage zu dem Verein treffen. Ein Sprecher sagt: „Wir arbeiten grundsätzlich gerne mit privaten Sicherheitsdiensten zusammen. Voraussetzung ist aber ein vernünftiges Leistungsprofil.“ Ob auch ein Verein die Maßgaben, etwa Schulungen von Mitarbeitern, erfüllen kann, könne er nicht sagen. „Generell gibt es gute und schlechte Sicherheitsdienste, da spielt es erst einmal keine Rolle, ob es sich um eine GmbH oder einen Verein handelt.“

Wie Stöckling sagt, würden die Mitarbeiter in vielen Bereichen geschult, etwa rechtlich, in Erster Hilfe oder in der Kommunikation. „Jedes Mitglied erhält eine ausführliche Schulung, ich selbst habe die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe gemacht“, so Stöckling. Die kritischen Stimmen unter dem Snip ordnet er Mitarbeitern von kommerziellen Sicherheitsdiensten zu. „Wir wussten, dass solche Kommentare kommen. Sie empfinden uns als billige Konkurrenz. Auch deshalb haben wir den Verein gegründet: Wir stellen die Preispolitik vieler Sicherheitsdienste in Frage.“

(ps)

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