Zunehmende Lärmbelästigung in der Mainzer Neustadt – was ist dran?

Mit nicht ganz 30.000 Anwohnern ist die Neustadt der einwohnerstärkste Stadtteil in Mainz. Einige meinen, dass sich dies auch auf den Lärmpegel vor Ort auswirkt.

Zunehmende Lärmbelästigung in der Mainzer Neustadt – was ist dran?

Zu wenige Parkplätze, zu viel Müll – und jetzt auch noch zunehmende Lärmbelästigung? Manche Einwohner der Mainzer Neustadt haben einiges in ihrem Stadtteil zu kritisieren. Leser Scorpio regt sich vor allem über letzt genannten Punkt auf. Er sieht darin ein großes Problem für die Neustadt. „Seien es schreiende– meist angetrunkene Personen – mitten in der Nacht, feiernde Personen mit lauter Musik mitten in der Nacht, es wird in der Neustadt immer lauter. Wenn sich Anwohner beschweren, werden sie meist aggressiv angegangen“, beschwert sich Scorpio.

Kontroverse Diskussion

Doch hat er damit Recht? Leser Abeemick sieht es jedenfalls ähnlich: „Ist schon ganz schön was los in der Neustadt. Ab 1 Uhr nervt das schon ganz schön, stört den Schlaf empfindlich. Überhaupt, wenn man recht früh raus muss.“ Leserin Jenny meint dagegen: „Meine Güte, sollen wie während der Ausgangssperre die Bürgersteige um 22 Uhr hochgeklappt werden und alle zu Hause rumsitzen? Die Neustadt zeichnet sich durch lebendigen Straßen, Parks, Bars und Cafés aus – tagsüber und eben auch nachts.“

Doch wie bewertet der Ortsvorsteher der Neustadt, Christoph Hand (Grüne), eigentlich die Situation in seinem Stadtteil? Gegenüber Merkurist sagt er: „Die Neustadt ist der größte Mainzer Stadtteil, da gibt es immer Leute, die über die Stränge schlagen.“ Wenn beispielsweise Betrunkene gröhlend durch die Häuserschluchten ziehen, werde man das nicht unbedingt verhindern können. Sicherlich werde es auch einmal noch nach 22 Uhr auf einem der Quartiersplätze etwas lauter. Beschwerden von Bürgern gebe es durchaus. Doch das halte sich in Maßen.

Dabei komme es immer auch auf die Jahreszeit an. Im Sommer seien sicherlich mehr Leute unterwegs als im Winter. „Dennoch ist die Nachtruhe ein hohes Gut, das es zu schützen gilt“, sagt Hand. Eine Ecke, an der es auch immer einmal wieder laut wird, sei die Rheinufer-Promenade. Durch die mobilen Musikabspielgeräte fühlten sich einige Bürger sehr belästigt, so Hand. „Doch wenn man dann das Ordnungsamt ruft, kommt das in der Regel auch sehr schnell oder zeitnah.“

Mehr Lärm wegen Pandemie-Beschränkungen?

Möglicherweise, so Hand, habe der Lärm in der Pandemie einen Tick zugenommen. Doch durch die immer weitgehenderen Lockerungen werde sich dies bald wieder entspannen. Generell sei Lärm immer auch ein subjektives Empfinden. „Der eine ist resistenter gegen Lärm, der andere nicht so ganz“, sagt Hand. Dennoch glaube er, dass sich die Lärmentwicklung nicht wirklich gesteigert hat in den letzten Jahren.

Und Leserin Jenny meint dazu abschließend: „Klar, wenn es ausschweift, kann man die Polizei rufen, aber ansonsten lasst den Leuten doch ihren Spaß. Wir waren lange genug isoliert und eingesperrt. Wenn man absolute Ruhe haben will – sorry – dann ist man in der Neustadt falsch.“

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