Wie sinnvoll wäre ein Rauchverbot für den Außenbereich?

Wie sinnvoll wäre es, das Rauchen im Außenbereich der Gastronomie verbieten? Einige Merkurist-Leser schlagen vor, Biergärten ganz von Zigaretten zu befreien. Was sagt die Gastronomie dazu? Wir haben bei der Dehoga nachgefragt.

Wie sinnvoll wäre ein Rauchverbot für den Außenbereich?

Die Sonne strahlt, die Biergärten sind gefüllt und in den Cafés genießen die Menschen das schöne Wetter. Seit die Gastronomie-Betriebe wieder geöffnet sind, halten sich die Gäste zumeist im Außenbereich, auf den Terrassen und vor den Restaurants auf. Was einige jedoch stört: Der Zigarettenqualm, der vom Nebentisch herüberzieht.

„Könnte Mainz/RLP Vorreiter werden und das Rauchen in der Außengastronomie verbieten?“ fragt etwa ein Merkurist-Leser in einem Snip. Auch andere fänden ein Rauchverbot im Freien gut: „Bei warmem Wetter möchte ich auch gerne im Freien sitzen, speziell in der Coronazeit. Aber wenn ich den Rauch vom Nebentisch abkriege, vergeht mir die Lust auf‘s Käffchen, Eis oder Essen. Also bleibe ich weg“, schreibt Sunny.

Seit genau 14 Jahren gilt in Deutschland das „Bundesgesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens.“ Verboten ist seit dem 1. September 2007 etwa das Rauchen im Personennahverkehr, in Einrichtungen des Bundes sowie am Arbeitsplatz. In Rheinland-Pfalz gilt das Verbot zudem in Theatern, Kinos, Museen und Sportstätten sowie in Gaststätten. Aus „besonderen Gründen“ können aber separate Raucherräume eingerichtet werden.

Wäre ein Rauchverbot für die Gastronomen sinnvoll?

Gereon Haumann, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) Rheinland-Pfalz, überrascht eine solche Idee. Bislang hätten weder Betriebe noch Gäste solche Auflagen verlangt. „Ganz im Gegenteil: Die Freude an der Außengastronomie ist groß, keiner störte sich bislang an den Rauchern.“ Ein Verbot könne er nicht unterstützen. „Die Gastbetriebe müssen in der aktuellen Situation schon so viele Gesetze und Auflagen einhalten. Ein weiteres Verbot würde zu noch mehr Bürokratie führen.“

Stattdessen plädiert Haumann für freiwillige Lösungen. So hätten viele Gastronomien etwa eigene Bereiche für Raucher eingerichtet, die dann in einem abgesonderten Teil des Biergartens sitzen. Und wenn man sich als Gast vom Zigarettenrauch am Nebentisch belästigt fühle, könne man das einfach ansprechen: „Ich bevorzuge hier die ganz normale menschliche Kommunikation“, erklärt der DEHOGA-Präsident abschließend.

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