Werden Bettler in Mainz immer aufdringlicher?

Unter den Bettlern in Mainz scheint es mittlerweile zwei Lager zu geben: Die, die stumm um eine Spende bitten, und andere, die äußerst aufdringlich Passanten ansprechen und diese fast schon nötigen, ihnen Geld zu geben.

Werden Bettler in Mainz immer aufdringlicher?

Häufig sind sie in der Mainzer Innenstadt oder auch am Bahnhof anzutreffen. Mittlerweile sind Bettler aber auch direkt vor Geschäften zu sehen. Während viele wortlos sitzend um eine Spende bitten, gibt es aber auch einige Bettler, die fast schon aggressiv auf Fußgänger zugehen, um an Geld zu kommen. Leserin Sina hat jedenfalls den Eindruck, dass immer mehr bettelnde Menschen in Mainz unterwegs sind und nennt ein Beispiel:

Andere Leser können Sinas Beobachtung teilen. „Dem kann ich nur zustimmen“, kommentiert Peter. Ein weiterer Leser meint: „Egal ob am Hauptbahnhof oder direk in der City, der eine sammelt für eine OP bei einem Kind, der andere hat 2 Tage nichts gegessen, der nächste hätte eine kranke Mutter oder es wird einem wortlos penetrant mit einem Becher vor der Nase hantiert.“ Und Nadja findet es: „Einfach nur noch nervig“.

So viele Fälle von aggressivem Betteln wurden erfasst

Generell ist es laut Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Mainz so, dass es auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen verboten ist, in aggressiver, aufdringlicher und bedrängender Form oder organisiert zu betteln. In Mainz scheint das aggerssive Betteln nun zunehmend zum Problem zu werden. So teilt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr auf Anfrage von Merkurist mit, dass im Zeitraum von Mai 2021 bis heute durch den Zentralen Vollzugs- und Ermittlungsdienst insgesamt 128 Fälle in Bezug auf aggressives Betteln dokumentiert worden seien. „Im Großteil der Fälle wurde und wird sodann ein Platzverweis erteilt.“

Zutreffend sei auch der Eindruck vieler Passanten, dass die meisten Bettler aus dem osteuropäischen Raum stammen. Sollte das Ordnungsamt aggressive Bettler feststellen, dann müssten diese unter Umständen ein Bußgeld in Höhe von bis zu 55 Euro zahlen. In der Regel werde aber das bisher erbettelte Geld konfisziert, erklärte Peterhanwahr bereits im letzten Jahr in diesem Zusammenhang. Inzwischen sei festzustellen, dass auch die Mainzer Vororte vom aggressiven Betteln betroffen sind, wenn auch nur vereinzelt. „Der überwiegende Teil der Sachverhalte findet nach wie vor im Bereich der stärker frequentierten Mainzer Altstadt und Innenstadt statt“, sagt der Stadtsprecher.

Die Stadt Mainz versucht nun, diese Form des Bettelns in den Griff zu bekommen. Dafür werden auch Personen überprüft. „Die Überprüfung erfolgt in der Regel im Rahmen der allgemeinen und täglichen Streifengänge oder auf Grund von konkreten Hinweisen aus der Bevölkerung, welche sich telefonisch oder per Mail an den Vollzugsdienst wendet“, so Peterhanwahr. Ob nun die Zahl der „normalen“ (stummen) Bettler in Mainz im letzten Jahr zugenommen hat, dazu kann die Stadt keine Angaben machen. Hierzu liegen dem Standes-, Rechts- und Ordnungsamt laut Verwaltung keine validen Informationen vor.

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