Werden achtlos weggeworfene Kippen in Mainz zum Problem?

Wohin mit dem Zigarettenstummel, wenn man geraucht hat? Ihn einfach auf die Straße zu werfen, ist keine gute Idee und zudem noch Umweltverschmutzung. In Mainz geht die Stadt gegen dieses Verhalten zielgerichtet vor.

Werden achtlos weggeworfene Kippen in Mainz zum Problem?

Wer auf Mainzer Straßen oder in Fußgängerzonen unterwegs ist, der wird bei genauerem Hinsehen immer wieder achtlos weggeworfene Zigarettenstummel auf dem Boden liegen sehen. Für viele ist das kein schöner Anblick und vor allem ein unakzeptables Vorgehen von rücksichtlosen Rauchern. Doch dieses Wegwerfen der „Kippen“ ist kein Kavaliersdelikt. Auch die Stadt Mainz will sich das nicht bieten lassen und geht gegen dieses Fehlverhalten vor.

Zivilstreifen im Einsatz

Wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr gegenüber Merkurist sagt, sei das Wegwerfen von Zigaretten ein großes Problem in Mainz. Deshalb kontrolliere auch das Ordnungsamt im Innenstadtbereich, ob es zu Verstößen kommt. Wenn jemand erwischt wird, wie er seine Kippe achtlos wegwirft, muss er aktuell ein Bußgeld von 20 Euro zahlen. Seit den Jahren 2018 und 2019 seien derartige Verstöße verstärkt geahndet worden, so Peterhanwahr.

Eine Statistik, wie viele Vergehen innerhalb eines Jahres in Mainz begangen wurden, gebe es nicht. „Die erhobenen Verwarnungsgelder bewegen sich aber erfahrungsgemäß pro Jahr im mittleren dreistelligen Bereich“, erklärt der Stadtsprecher. Welche Kosten das Entfernen der Kippenstummel kostet, würde ebenso nicht erfasst. Der Entsorgungsbetrieb setze jedenfalls zur generellen Straßenreinigung neben Groß- und Kleinkehrmaschinen auf die Reinigung mit Besen, Schippe und Greifzangen. Die gesammelten Straßenabfälle würden dann zur Entsorgung ins Müllheizkraftwerk gebracht, so Peterhanwahr. Ansonsten biete der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz eine große Anzahl von Aschenbechern an Abfalleimern an (Müllhaie), wo man seine Stummel entsorgen kann.

Giftstoffe in Kippen schädlich für Umwelt

Auch Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) warnt vor dem achtlosen Wegwerfen der Kippen: „Was viele nicht bedenken: Zigarettenkippen sind problematischer Abfall und vergiften bis zu 40 Liter Wasser.“ Verschiedenste Giftstoffe seien in einem Stummel zu finden: Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd sowie Nikotin und zahlreiche krebserregende Verbindungen. „15 Jahre dauert es, bis sich ein Zigarettenfilter zersetzt“, so Steinkrüger. Das sei eine lange Zeit, in der die Giftstoffe aus den Kippen vom Regenwasser weggespült werden und letztlich im Grundwasser landen. Dem steuere man jetzt mit neuen Aschenbechern entgegen. Außer rund 120 „Abfallhaien“ würden in Mainz 250 weitere separate Aschenbecher an öffentlichen Abfalleimern angeboten.

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