Vermüllt die Mainzer Innenstadt?

Wer am letzten Mai-Wochenende in der Mainzer Altstadt unterwegs war, der konnte an einigen Ecken Berge von Müll sehen, die sich vor den Abfallbehältern türmten. Für viele ein echtes Ärgernis. Wie die Stadt darauf reagiert.

Vermüllt die Mainzer Innenstadt?

Leere Bierflaschen, Getränkedosen und Pizza-Kartons: Am letzten Mai-Wochenende quollen so ziemlich alle Abfallbehälter in der Mainzer Innenstadt - speziell am Rheinufer - über. Selbst vor den Mülleimern türmte sich der Unrat, da die Passanten anscheinend keine andere Möglichkeit hatten, ihren Abfall zu entsorgen. Vielen Spaziergängern, wie auch Leser Rick, gefiel dieser Anblick überhaupt nicht. Er fragt, „warum verwahrlost die Stadt“ nur so?

Bürger oder Stadt in der Pflicht?

Viele Leser sehen die Schuld vor allem bei den Verursachern des Mülls selbst. So kommentiert Leser Matthias: „Die Frage ist doch: Wer wirft den Müll einfach in die Gegend?“ Und Dettmar meint: „Auch bei Müllsündern wären Ordnungsgelder das richtige Signal.“ Dennoch gibt es auch Leser, die das Problem der Müllberge nicht bei den Passanten selbst sehen. Thomas meint, dass die Müllentsorgung auch an Wochenenden in Wiesbaden besser funktioniere als in Mainz. Zudem würden Mülleimer am Stresemann-Ufer fehlen. Ähnlich bewertet ein anderer Leser die Situation: „Bestimmt gibt es Stellen, an denen es zu wenige Mülleimer gibt oder zu selten geleert wird“, ist sein Fazit.

Jemand, der aber auch die Stadt Mainz in der Pflicht sieht, das Müll-Problem zu lösen, ist der Vorsitzende der „Interessengemeinschaft Mainzer City-Carré“, Dieter Grünewald. Er setzt sich seit Jahren für die Aufwertung der Mainzer Innenstadt ein und habe nicht geleerte Mülleimer und überquellende Abfallbehälter schon häufiger in Mainz angemahnt. „Ein solches Bild an einer Stelle, wo tausende Menschen diesen Anblick mitten in der Stadt ertragen müssen, ist wahrlich keine Werbung für die Stadt“, so Grünewald. Vielmehr sei es ein blamables Bild, das sich den Passanten biete.

Vor allem auch für Touristen sei ein solcher Anblick abstoßend. „Die Gegebenheiten vor Ort sind so unzumutbar“, so Grünewald. Speziell was das letzte Mai-Wochenende angeht, hätte sich die Stadt auf die Situation beziehungsweise auf das drohende Müll-Problem einstellen müssen, sagt er. Man habe gewusst, dass das Wetter gut werde und die Leute sich danach sehnen, sich draußen aufzuhalten.

„Auf das Problem situativ und angemessen reagieren“

Bei der Stadt Mainz hat man in der Tat wahrgenommen, dass die Leute Lust hatten, sich an diesem besagten Wochenende im Freien aufzuhalten. Gegen die überquellenden Mülleimer scheint man aber auch hier teilweise machtlos zu sein. „Der Entsorgungsbetrieb leert die öffentlichen Abfalleimer teilweise dreimal täglich“, erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. Leider seien aber auch nur wenige Menschen bereit, den Weg zu einem weiter entfernten öffentlichen Abfalleimer zu machen, der vielleicht nicht bereits überfüllt ist. Teils würden Abfälle, zum Beispiel Pizzakartons, in die öffentlichen Abfalleimer gesteckt, die für solche sperrigen Abfälle gar nicht vorgesehen sind, sagt Peterhanwahr.

Dazu sei an diesem Wochenende eine ungewöhnlich große Zahl an Besuchern in der Innenstadt beziehungsweise am Rhein unterwegs gewesen. „Es bieten sich manchmal vor diesem Hintergrund unschöne Anblicke, aber der Entsorgungsbetrieb respektive die Stadt Mainz haben am Rheinufer bereits zusätzliche Mülltonnen aufgestellt.“ Zudem werde man auf das Problem weiterhin situativ und angemessen reagieren. „Trotzdem werden auch zukünftig manchmal öffentliche Abfalleimer überlaufen, was der Entsorgungsbetrieb aber natürlich umgehend beseitigen wird“, so der Stadtsprecher abschließend.

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