Riesige Müllberge nach „Spontan-Marktfrühstück“ in Mainz

Vorglühen für den offiziellen Start des Marktfrühstücks: Am Samstag haben sich wieder Hunderte Mainzer auf dem Liebfrauenplatz getroffen. Am Ende blieben riesige Müllberge zurück.

Riesige Müllberge nach „Spontan-Marktfrühstück“ in Mainz

Bis zum offiziellen Start des Mainzer Marktfrühstücks sind es keine zwei Wochen mehr. Doch die Sehnsucht vieler Mainzer nach diesem Event, das 2020 und 2021 ausgefallen ist, scheint riesengroß zu sein. So trafen sich an den letzten Samstagen Hunderte Menschen rund um den Dom, um schon einmal bei einem spontanen „Marktfrühstück“ vorzuglühen und die Saison einzuläuten. Doch es gibt auch einige Kritik an den Verhältnissen vor Ort. So prangern manche an, dass die Feierenden unter anderem am Liebfrauenplatz und teilweise bis runter an den Rhein riesige Müllberge und Hunderte von leeren Wein- und anderen Getränkeflaschen hinterlassen und sich nicht um ihren Abfall kümmern.

„Schande für Mainz“

Nicht abfinden mit den Müllbergen kann sich jedenfalls der Vorsitzende der „Interessengemeinschaft Mainzer City-Carré“, Dieter Grünewald, der sich seit Jahren für die Aufwertung der Innenstadt einsetzt. Nachdem er am Sonntagmorgen einen Spaziergang durch die City unternommen habe, sei er erschüttert gewesen aufgrund der großen Müllmassen. „Das ist eine Schande für Mainz und ebenso für das Ordnungsamt“, so Grünewald gegenüber Merkurist. Das seien chaotische Zustände.

Doch nicht nur ihm sei es so ergangen. So habe er auch andere kopfschüttelnde Passanten auf dem Weg vom Domplatz über den Fischtorplatz zum Rheinufer getroffen, die entsetzt über die Situation vor Ort gewesen seien.

Wie Grünewald sagt, zeige dies einmal mehr, dass in Mainz zunächst einmal solche Mängel abgestellt werden müssten, bevor Kunden und Gäste mit großem finanziellen Aufwand (Innenstadt-Impulse) in den Einkaufs- und Erlebnisstandort Mainz gelockt werden sollen. Unter diesen Umstäden jedenfalls würden die Leute nur abgeschreckt werden, die Innenstadt aufzusuchen.

Eine klare Haltung zum inoffiziellen Marktfrühstück haben auch die Mainzer Winzer. Grundsätzlich habe man Verständnis für den Wunsch der Menschen, sich am Liebfrauenplatz zu treffen. Man bedaure allerdings sehr, dass die Leute vollgepackte Bollerwagen und Taschen mit Speisen und Getränken zu dem Platz bringen oder alkoholische Flaschengetränke vor Ort kaufen und sie am Ende den Müll liegen lassen, sagte kürzlich Winzer-Sprecherin Christina Boller-Petry im Gespräch mit Merkurist. Beim offiziellen Marktfrühstück wolle man deshalb dafür sorgen, dass keine Müllberge entstehen. „Nach dem Ausschank wird der Platz durch uns besenrein verlassen, Müll mitgenommen sowie auch Kistenweise Fremdglas.“

Muss sich die Stadt besser vorbereiten?

Auch der stellvertretende Vorsitzende des Mainzer Citymanagements, Jan Sebastian, weiß um das Müllproblem. Wie der Inhaber des Juwelier-Geschäfts Willenberg am Schillerplatz sagt, sei es die originäre Aufgabe der Stadt, den Müll zu beseitigen. Darauf müsste sie sich auch vorbereiten. Seine Kollegen hätten zuletzt unterschiedliche Erfahrungen mit den Massen an Menschen gemacht. Während einige Ladeninhaber am Flachsmarkt über Probleme geklagt hätten, gebe es auch Geschäftsleute, die sich freuen, an solchen Tagen wahrgenommen zu werden und zusätzliche Kundschaft hätten.

Unabhängig davon sei eine Veranstaltung wie das Marktfrühstück aber auf jeden Fall „eine Bereicherung für die Stadt“, auch wenn die Leute nicht unbedingt dann an diesem Tag in die Läden strömen würden. Er könne sich sogar vorstellen, sagt Sebastian, dass das offizielle Marktfrühstück dann auch noch am Hopfengarten, am Schillerplatz und am Rheinufer stattfindet. Damit könnte das Ganze auch noch mehr entzerrt werden.

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