Pfarrwiesensee: „Erniedrigt“ das Security-Personal die Badegäste?

Laut Internet-Bewertungen einiger Badegäste soll das am Pfarrwiesensee eingesetzte Sicherheitspersonal „respektlos“ mit den Besuchern vor Ort umgehen. Wie das Security-Unternehmen auf die Kritik reagiert.

Pfarrwiesensee: „Erniedrigt“ das Security-Personal die Badegäste?

In den Sommermonaten ist der Pfarrwiesensee in Gimbsheim (Landkreis Alzey-Worms) auch bei den Mainzern ein beliebtes Ausflugsziel. Doch in diesem Jahr scheint es so, als wäre der Ausflug zu dem See bei vielen Badegäste mit Ärger und Wut verbunden. Grund dafür sei der Sicherheitsdienst vor Ort, der durch sein Handeln scheinbar einigen Besuchern den Aufenthalt vermiest. So schreibt Leserin Lisa, dass die Security Besucher „erniedrigt“ und ihre Autorität ausnutze. Zudem verweist sie auf die „Google“-Rezensionen zum Badesee, die zuletzt eher negativ ausfielen.

Security „respektlos“ und „von oben herab“

Doch sind die Bewertungen wirklich so negativ? Insgesamt gibt es aktuell (30.08.2020) 29 Rezensionen. Und in der Tat, speziell in den vergangenen Wochen äußerten sich Badegäste sehr kritisch zu dem vor Ort eingesetzten Personal. So kommentiert Ebru: „Ich habe noch nie so unhöfliche Securities getroffen wie dort. Ich werde nie wieder dort hin fahren.“ Badegast Luise schreibt, dass das „sehr unfreundliche Security-Personal den Ort sehr unattraktiv“ mache. Ein anderer Nutzer kommentiert: „Spart euch die Anfahrt und geht direkt wo anders hin! Die Security ist unfreundlich und missbraucht ihre Position. Man wird respektlos und von oben herab behandelt.“

Zuständig für den Badesee ist die Verbandsgemeinde (VG) Eich. Dass es am Badesee aktuell auch zu Streit zwischen Badegästen und den Mitarbeitern des Sicherheitsdiensts kommt, ist dort bekannt. „Wir haben festgestellt, dass einige Badegäste mit dem eingesetzten Security-Personal in Konflikte und teils auch aggressive Diskussionen treten.“ Jedoch gebe es eine große Anzahl an Gästen, die den Einsatz von entsprechendem Security-Personal ausdrücklich begrüße, so ein Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung Eich gegenüber Merkurist.

Bei der VG selbst gibt es nahezu keine Beschwerden über den Sicherheitsdienst am Badesee. „Wir haben zum eingesetzten Personal des Security-Unternehmens bisher nur eine Beschwerde erhalten.“ Dennoch sei die VG bemüht, die Situation vor Ort zu entspannen. „Wir stehen diesbezüglich im Austausch und ständigen Dialog mit dem Unternehmen, insbesondere um die abgewiesenen Gäste sachlich aufzuklären und deeskalierend zu wirken“, so der Mitarbeiter der VG Eich.

Generell habe man durchaus Verständnis für die Verärgerung von Besuchern, die nur im Falle einer möglichen Überfüllung des Badestrandes abgewiesen würden. Zum Schutz der Gäste sei daher eine maximale Besucherzahl festgelegt worden.

Wie das Security-Unternehmen reagiert

Auch beim Security-Unternehmen „Tobeka“ hat man Verständnis für enttäuschte Badegäste. „Natürlich sind sehr viele Badegäste aufgebracht, wenn wir im Auftrag des Ortsbürgermeister, den See wegen Überfüllung und Einhaltung der Pandemie-Maßnahmen schließen müssen“, sagt Geschäftsführer Stefan Kapps auf Merkurist-Anfrage. Doch auch das Sicherheitspersonal muss anscheinend viel einstecken. „Teilweise wurden Mitarbeiter bedroht, beleidigt und bespuckt.“ Die Personen, die sich beschweren, seien genau diese, die anscheinend ein Problem damit hätten, viele Kilometer gefahren zu sein und dann nicht rein gelassen zu werden, so Kapps.

Die gegen sein Unternehmen vorliegende Beschwerde stamme von einem Gast, der den Zutritt in der Zeit, in der der See geschlossen gewesen sei, verweigert bekomme habe. Bei weit über 30.000 Besuchern in sieben Wochen seien die negativen Meinungen prozentual gesehen sehr gering. Zudem sei seinen Mitarbeitern vor Ort auch viel positives Feedback gegeben worden.

„Da ich persönlich auch einige Einsätze am See hatte, dort zudem fast nur langjährige Mitarbeiter eingeteilt waren, und wir noch ein Partnerunternehmen mit eingesetzt hatten, ist uns nicht bekannt das irgendjemand dort über das Ziel hinaus geschossen wäre“, sagt Kapps. Eine negative Antwort sei dann schnell geschrieben, wohingegen sich derjenige, der positiv dazu steht, nicht die Mühe mache, einen positiven Kommentar zu verfassen. (js/df)

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