Nach Verbot: Hat die Stadt Mainz hier ihren eigenen Schottergarten?

Viel Grau, wenig Grün: Am Münsterplatz sieht das aktuelle Blumenbeet der Stadt Mainz eher wie ein Schottergarten aus. Doch die wurden ausgerechnet vor kurzem von der Stadt selbst verboten. Was es damit auf sich hat.

Nach Verbot: Hat die Stadt Mainz hier ihren eigenen Schottergarten?

Grüne Oasen statt grauen Schottergärten: Es ist etwa drei Wochen her, dass die Stadt Mainz ihre Grünsatzung aus dem Jahr 1983 überarbeitet hat. Bei neuen Bauprojekten dürfen jetzt keine Schottergärten mehr angelegt werden. Alle Flächen, die nicht bebaut werden, müssen bei neuen Projekten begrünt werden. Damit werde „ein wesentlicher Meilenstein für den Schutz des lokalen Klimas gesetzt“, sagte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD). Gründezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) ergänzte: „Die Stärkung der grünen Infrastruktur und in erster Linie eine intensive Begrünung von Grundstücken wirkt der Überwärmung entgegen, reduziert ,Hitzestress‘ und dessen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.“

Doch hält sich die Stadt Mainz selbst an das Verbot? Zumindest macht der Mainzer Münsterplatz aktuell nicht den Eindruck. Denn zwischen einigen Pflanzen sind dort vor allem Schottersteine zu sehen. In der Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du Meenzer bist, wenn du...“ wird das Thema kontrovers diskutiert. „Noch ein weiterer Beitrag zur Unattraktivität der Innenstadt“, findet eine Userin, „Wasser predige, abber Woi saufe“, kommentiert ein anderer User.

Andere User verteidigen die aktuelle Situation am Münsterplatz. „Das Beet am Schillerplatz ist mit Wechselbepflanzung bepflanzt, im Herbst kommt eine neue Bepflanzung drauf. Dieses Beet ist mit Stauden bepflanzt und wird, wenn alles ordentlich angewachsen ist, viel dichter sein und weniger Wasser benötigen. Außerdem muss das Grünamt bei den Temperaturen und Klimaverhältnissen in der Innenstadt vielleicht auch einfach mal neue Sachen ausprobieren, um zu schauen was in Zukunft gut funktioniert“, erklärt ein User ausführlich. Eine Bepflanzung wie vor dem Dom sei nicht überall möglich, weil es „viel pflegeintensiver“, sei.

Was die Stadt sagt

Worauf einige User ebenfalls hinweisen: Die Stadt Mainz hat bereits vor einigen Tagen proaktiv in den sozialen Medien erklärt, was es mit dem Schotter auf sich hat. „Sind das etwa Schottergärten? Nein!“, heißt es in dem Post. „Wir verwenden in Pflanzbeeten und auf Grünanlagen eine hocheffektive mineralische Mulchschicht aus Kalksteinschotter.“ Diese gebe es nicht nur am Münsterplatz, sondern beispielsweise auch auf der De-la-Roche-Anlage in Mombach und in der Großen Langgasse.

Doch warum Kalksteinschotter? Die Stadt erklärt: „Damit wird der Verlust von Bodenfeuchtigkeit verhindert – was den Pflanzen besonders gut tut und beim Wachsen hilft.“

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