Hat die Neustadt ein Müll-Problem?

Alte Waschmaschinen, defekte Lampen und anderer Elektroschrott: In der Neustadt stehen zuweilen an einigen Ecken und Straßen mehr oder weniger große Müllberge. Das missfällt einigen Anwohnern. Doch wird der Müll immer nur illegal enstorgt?

Hat die Neustadt ein Müll-Problem?

Eigentlich lebt Merkurist-Leserin Maren gerne in der Mainzer Neustadt. Doch wenn sie aktuell durch ihren Stadtteil geht, dann fällt ihr ein Problem wieder ganz deutlich auf: An vielen Ecken liegt über längere Zeit hinweg (Sperr-)Müll. Für Maren ein unhaltbarer Zustand. „Für mich ist es mittlerweile einfach ein Grund, hier weg zu ziehen.“ Zwischen Dreck und Müll und einer solchen Ignoranz in der Nachbarschaft wolle sie nicht auf Dauer leben.

„Riesige Sperrmüllberge“

Ein besonderer Problempunkt sei die Jakob-Dieterich-Straße an der Ecke zur Hindenburgstraße, so Maren. „Gerade hier an der Kreuzung liegt wirklich immer irgendwo Müll, vor allem an die Bäume in der Allee gelehnt. Aktuell sind es riesige Sperrmüllberge.“

Vor einigen Wochen seien aber auch beispielsweise vier große Säcke mit Kleidung aufgetaucht. „Die sind von irgendwem aufgerissen dann liegen gelassen worden - und das, obwohl der Altkleidercontainer gegenüber der Synagoge gerade einmal 200 Meter entfernt ist“, erzählt Maren. Die Klamotten seien dann durch die Witterung irgendwann total verdreckt und vor allem nass gewesen. Erst nach drei oder vier Wochen hätten sie schließlich nicht mehr dort gelegen.

Auch an der Wand des Hauses, in dem Maren lebt, wird immer wieder Müll abgelegt. „Manchmal ist es mir nicht möglich, meinen Roller dort abzustellen, weil irgendjemand seinen Elektroschrott oder auch schon alte Matratzen dorthin geschmissen hat.“ Dort seien auch schon DVD-Player, kaputte Lampen und Teile eines großen Ventilators abgestellt worden. Das Müll-Problem bestehe aber nicht nur in der Jakob-Dieterich-Straße, sondern in der gesamten Neustadt, meint Maren. So seien auch in der Hindenburgstraße, rund um die Synagoge und zwischen Synagoge und dem Goethepark sowie in der Colmar- und Lessingstraße Richtung Bushaltestelle immer wieder Müllablagerungen zu sehen.

Inzwischen habe sie auch schon die Stadt über das Müll-Problem informiert. Dabei sei ihr zugesichert worden, sich darum zu kümmern. Aber „leider bekommt das Thema bei der Stadt - vermutlich aufgrund anderer wichtiger aktueller Themen - kaum Aufmerksamkeit und das Ermitteln der Menschen, die ihren Müll illegal entsorgen, erscheint mir auch nur Gerede zu sein“, sagt Maren.

Das sagt die Stadt Mainz

Dass es im Bereich von Marens Wohnung tatsächlich immer wieder Müllablagerungen gibt, bestätigt auch die Stadt Mainz. Dabei sei aber allgemein „festzuhalten, dass im Jahr 2020 die Anzahl der ‘Wilder Müll’-Meldungen für diesen Bereich nicht signifikant höher ist als in der übrigen Mainzer Neustadt“, sagt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr auf Anfrage von Merkurist. Dort seien Häuser mit vielen Mietparteien. Dementsprechend werde auch häufig sperriger Abfall angemeldet. „Leider aber sind dort auch öfter einmal Sperrmüllablagerungen ohne Anmeldung vorzufinden“, erklärt Peterhanwahr.

Im Dezember 2020 habe beispielsweise an der Ecke Hindenburgstraße / Jakob-Dieterich-Straße ein unangemeldeter Sperrmüllhaufen über rund 14 Tage gelegen, weil der Entsorgungsbetrieb zu dieser Zeit krankheits- und coronabedingt eine (Sperrmüll-) Vorlaufzeit von 14 Tagen hatte, so Peterhanwahr. „Das ist nun nicht mehr so, zurzeit kann der Entsorgungsbetrieb im Wochenrhythmus reagieren.“ Um aber dem Müll-Problem generell vorzubeugen, habe der Entsorgungsbetrieb vor Ort bereits mehrfach „Info-Zettelaktionen“ durchgeführt, so der Stadtsprecher abschließend.

Wichtiger Hinweis der Stadt Mainz: Jeder Bürger kann vier Mal im Jahr kostenfrei die Abholung von sperrigem Abfall beantragen. Das Sperrmüll-Telefon ist unter der Nummer: 06131 12-3434 zu erreichen oder über www.eb-mainz.de.

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