Haben Einbrüche in der Zeit der Ausgangssperre zugenommen?

In Mainz gab es in der vergangenen Woche einige Autoaufbrüche und Einbrüche in Schrebergarten-Anlagen. Ein Leser fragt nun, ob mit dem Einsetzen der Ausgangssperre solche Vorfälle nun sogar verstärkt vorgekommen sind.

Haben Einbrüche in der Zeit der Ausgangssperre zugenommen?

Zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens war es den Mainzern zuletzt untersagt, ihre Wohnung zu verlassen. Diese Ausgangssperre galt seit dem 1. April und wurde nun zum 15. April ausgesetzt (wir berichteten). Wer gegen diese nun nicht mehr gültig Anordnung verstieß, musste ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro zahlen. Doch diese Strafe schien nicht alle davon abzuschrecken - vor allem nicht Diebe und Einbrecher.

Zusammenhang zwischen Ausgangssperre und Einbrüchen?

So gab es in der vergangenen Woche beispielsweise mehrere Autoaufbrüche in der Oberstadt. Dort wurden in der Nacht von Donnerstag (8. April) auf Freitag (9.April) von bislang unbekannten Tätern mehrere hochwertige Autos aufgebrochen. Die Pkw der Marke Mercedes-Benz waren über Nacht in der Carl-Benz-Straße und der unmittelbaren Umgebung geparkt. Bislang sind der Polizei zehn verschlossene Autos bekannt, aus denen Lenkräder inklusive Airbags ausgebaut und entwendet wurden.

Zudem sind in der selben Nacht ebenfalls unbekannte Täter in mehrere Gartenparzellen am Karcherweg eingebrochen. Türen und Fenster wurden dort gewaltsam aufgehebelt und diverses Werkzeug entwendet. Auch hier liegen keine Täterhinweis vor. Ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht ist nicht klar.

Leser Karl fragt nun, ob seit Inkrafttreten der nächtlichen Ausgangssperre die Autoaufbrüche und Einbrüche in Schrebergartenanlagen zugenommen haben. Andere Leser diskutieren bereits heftig über dieses Thema. So gibt Kathinka zu bedenken: „Wohnungseinbrüche sind deutlich zurückgegangen, weil in jeder Bude ein Homeofficeler sitzt. Es könnte schon sein, dass da eine Verschiebung eingetreten ist.“ Und Matthias meint, dass das Ordnungsamt die Ausgangssperre besser hätte in Kleingartenanlagen anstatt in der Innenstadt kontrollieren sollen.

Doch trügt nun der Verdacht, dass Einbrüche in Kleingartenanlagen und Autoaufbrüche seit dem 1. April zugenommen haben oder ist es tatsächlich so? Die Mainzer Polizei hat in diesem Fall eine eindeutige Antwort. So erklärt Polizeisprecher Rinaldo Roberto auf Anfrage: „Der Zusammenhang ist absolut nicht herstellbar.“ Und weiter: „Es scheint vielmehr so, dass es möglicherweise zu weniger Delikten kommt, da ein Entdeckungsrisiko durch die Polizei um ein Vielfaches höher sein kann, wenn insgesamt weniger Menschen unterwegs sind.“

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