Für den Beruf nach Mainz pendeln – gibt es eine Chance auf kostenlose Parkplätze?

Öffentlichen Parkraum, der kostenlos ist, gibt es im Zentrum von Mainz nur in geringem Maße. Wer keinen unentgeltlichen Firmen-Parkplatz nutzen kann, der muss also einen anderen Weg finden, sein Auto abzustellen. Das gefällt aber nicht jedem.

Für den Beruf nach Mainz pendeln – gibt es eine Chance auf kostenlose Parkplätze?

Einen kostenlosen freien Parkplatz in der Mainzer Innenstadt zu ergattern, ist inzwischen äußerst schwierig geworden. Wer sein Fahrzeug dann nicht verkehrswidrig abstellen will, der muss in eines der kostenpflichtigen Parkhäuser ausweichen. Pendler, für die das Auto das einzig mögliche Verkehrsmittel ist, um nach Mainz zu kommen, müssen dann mit zusätzlichen Kosten rechnen, sofern sie keinen Firmenparkplatz nutzen können. Ab etwa 100 Euro aufwärts kostet ein Dauerstellplatz in einem Innenstadt-Parkhaus monatlich. Vielen ist dies allerdings zu teuer. Dazu gehört auch Leser Peter, der sich über Facebook bei Merkurist meldet.

Wie Peter angibt, arbeite er bei einem großen Mainzer Unternehmen in der Neustadt. Aufgrund der angespannten Parkplatz-Situation in dem Stadtteil sei es für ihn fast aussichtslos, einen kostenlosen Stellplatz zu finden. Er fragt: „Wo kann denn der normale Mitarbeiter sein Auto noch hinstellen, wenn er Berufspendler ist?“. Dabei kritisiert er auch die Maßnahme, dass das Anwohnerparken noch ausgeweitet wird (wir berichteten). Ich finde es eine Unverschämtheit, soetwas zu installieren, um die Parkhäuser auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung zu füllen“, sagt Peter. 82 Euro mal eben so zum Parken, um auf die Arbeit zu kommen, sei echt unverschämt.

Chance auf kostenfreien Parkplatz?

Doch gibt es in Zukunft für Peter oder auch andere Berufspendler überhaupt noch die Chance, einen kostenlosen Parkplatz in der Stadt zu ergattern? Wohl eher nicht. Das sagt zumindest einer der führenden deutschen Verkehrsexperten, Professor Andreas Knie. Wie er im Gespräch mit Merkurist erklärte, würde der öffentliche Parkraum, um unter anderem die Klimaziele zu erreichen, zunächst verknappt, dann verteuert und schließlich abgeschafft.

In der Vergangenheit seien die Städte sehr autofahrerfreundlich gewesen. Das werde sich nun ändern, sagt Knie. „Stellplätze sind tote Fläche und die Fläche somit nicht brauchbar.“ Man brauche nun vor allem eine Verhaltensänderung, was die Mobilität angeht. Damit diese auch gelingt, müsse der ÖPNV attraktiver werden. „Hier muss eine ‘A-bis-B-Verbindung’ angeboten werden. Das heißt: Ich muss von der Tür weg zu meinem Ziel gebracht werden.“ Dafür müsse es Taxi-Dienste oder Carsharing-Angebote geben, damit man schnell von A nach B kommt.

Mit Bahnen und Bussen allein, so Knie, das habe die Pandemie deutlich gezeigt, sind die Leute nicht mehr zufrieden. Die Idee, einen tonnen-schweren Bus in höherer Taktung fahren zu lassen, wirke dabei eher aus der Zeit gefallen. Wer aber in Zukunft in Großstädten nicht auf sein Auto verzichten möchte, der müsse sich eben einen privaten Stellplatz suchen, sagt Knie. Kostenloser öffentlicher Parkraum werde wohl über kurz oder lang verschwinden.

Umdenken beim Anwohnerparken?

Leser Peter will sich damit aber vorerst nicht zufrieden geben. Er schlägt nun eine Änderung beim Anwohnerparken vor: „Man könnte ja auch abends Anwohnerparken machen und tagsüber, wenn die Anwohner ja auch zur Arbeit fahren, die Berufspendler parken lassen.“ Doch gibt es für Peters Vorschlag überhaupt eine Chance?

Der Ortsvorsteher der Mainzer Neustadt Christoph Hand (Grüne) sieht dafür keine Möglichkeit. „Die Neustadt dient nicht dazu, für Nicht-Anwohner Parkplätze bereitzustellen.“ Gerade habe man ja erst das Anwohnerparken ausgeweitet und damit dem Wunsch der Einwohner, dort auch tagsüber einen Platz zu finden, Rechnung getragen. Grundsätzlich gebe es immer noch viel zu viele Autos im öffentlichen Raum. Hier müsse ein Umdenken stattfinden. Unter anderem gebe es Carsharing-Angebote, die man nutzen könne, sagt Hand. Der letzte Ausweg, wenn man auf sein Auto nicht verzichten wolle, sei dann eben, einen Stellplatz zu mieten.

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