Falscher Müll in Biotonne: Das droht Mainzern im schlimmsten Fall

Mülltrennung ist für manche eine Wissenschaft. Was gehört nur in welche Tonne? Das fragen sich auch immer wieder viele Mainzer. Was passiert, wenn Müll zu oft falsch getrennt wird und wie die Stadt Mainz zum Gelben Sack steht, lest ihr hier.

Falscher Müll in Biotonne: Das droht Mainzern im schlimmsten Fall

In nur wenigen Ländern weltweit wird der Müll so akribisch getrennt wie in Deutschland. Für Glas, Papier, Plastik, Bioabfälle und Restmüll gibt es zig unterschiedliche Tonnen und Container. Auch in Mainz ist das nicht anders. Doch generell scheint es für viele nicht immer ganz so leicht zu sein, den Müll in die richtige Tonne zu werfen. Leser Lukas meint nun, dass Mainz bei der Mülltrennung sogar „hinterherhinkt“. Dabei bezieht er sich konkret auf Bioabfall und den Gelben Sack, den es in Mainz anstatt einer Gelben Tonne gibt.

Kommt die Gelbe Tonne nach Mainz?

Grundsätzlich ist zunächst einmal festzuhalten, dass die Sammlung und Verwertung der Gelben Säcke nicht durch die Stadt Mainz erfolgt. Den Sammelauftrag hat derzeit die Firma Knettenbrech & Gurdulic in Wiesbaden inne, erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr. Die Verwertung der Plastikabfälle erfolge dann durch das „Duale System Deutschland“.

Der Entsorgungsbetrieb der Stadt selbst befürworte jedoch den Einsatz von Gelben Tonnen. „Mit der Einführung der Gelben Tonne könnte eine große Menge an Kunststoffsäcken eingespart werden“, so Peterhanwahr. Das Straßenbild würde sich verbessern. Eingerissene Tüten, dadurch teils loser Plastikmüll auf den Straßen und die körperliche Belastung für die Müllwerker könnten so reduziert werden.

Hier hätten die Gerichte aber eine andere Entscheidung getroffen. „Bei einer Eilentscheidung vor dem Verwaltungsgericht wurde die Einführung dieser Tonne in Mainz negativ beschieden“, erklärt Peterhanwahr. Die Richter waren der Meinung, dass den Dualen Systemen die Kosten des Vollservice, wie das Herausholen und Zurückstellen der Abfallgefäße an den Grundstücken, nicht zugemutet werden könne. Doch: „Nicht alle Mainzer:innen warten auf die Gelbe Tonne“, so der Stadtsprecher. Der Entsorgungsbetrieb habe festgestellt, dass bei diesem Thema die Meinungen der Mainzer weit auseinandergehen.

Was passiert bei falscher Mülltrennung?

Oft gehen auch die Meinungen auseinander, wie bestimmter Müll zu entsorgen ist. Dabei kommt es auch bei Bioabfällen immer wieder zu Problemen. Die meisten Mainzer würden ihre Bioabfälle aber sehr ordentlich sortieren, sagt Stadtsprecher Peterhanwahr. Doch wenn die Müllwerker beim Leeren der Bioabfälle Fehlwürfe feststellen sollten, werde die Biotonne nicht entleert und mit einem Aufkleber gekennzeichnet, der auf die Verunreinigungen hinweist. Gleichzeitig gehe an die Grundstückseigentümer ein Schreiben mit Lösungsvorschlägen. Dieser Vorgang werde bei Bedarf wiederholt.


Danach könnte es unter Umständen sogar zum Äußersten kommen. „Sollte es innerhalb eines halben Jahres zu drei Verstößen kommen, wird die Bioabfalltonne durch den Entsorgungsbetrieb entfernt“, stellt Peterhanwahr klar. Denn die Verwertungsunternehmen seien hauptsächlich an einem „sauberen“ Bioabfall ohne Fehlwürfe interessiert. Somit liege der Fokus des Entsorgungsbetriebs auf möglichen „Störstoffen“ im Bioabfall und einer guten Qualität des Sammelgutes.

Einen „Anschlusszwang“ an die Biotonne gebe es in Mainz aber nicht. Der Anschlussgrad der Mainzer Grundstücke an die Biotonne liege jedoch bei 81,2 Prozent. Das sei mit Blick auf die Gesamtrepublik und die Region ein guter Wert. Der „Anreiz“ zur Benutzung der Bioabfalltonnen ergebe sich aus der Gebührengestaltung. „Wer seinen (Bio)-Abfall trennt, benötigt eine kleinere Restabfalltonne und zahlt daher weniger Abfallgebühren“, so Stadtsprecher Peterhanwahr. In diesen Kontext falle auch der Eigenkompostierrabatt, mit dem die Stadt Mainz die Kompostierung des Grünabfalls auf dem eigenen Grundstück fördert. Unabhängig davon sammle der Entsorgungsbetrieb Bioabfall mit einem Gewicht von 10.800 Tonnen und zudem knapp 7.800 Tonnen Grünabfall pro Jahr ein.

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