Ärger um „rasende Radfahrer“ am Mainzer Rheinufer

Viele Spaziergänger sind von rasenden Radfahrern am Rheinufer genervt. Doch was ist hier eigentlich erlaubt, welche Verbote gelten? Wir haben bei der Stadt nachgefragt, wie Radfahrer hier kontrolliert werden.

Ärger um „rasende Radfahrer“ am Mainzer Rheinufer

Entspannt sonntags am Mainzer Rheinufer flanieren, das liegt für manche Mainzer in weiter Ferne. Denn auf den Fußwegen sind auch viele Fahrradfahrer unterwegs, obwohl – zumindest teilweise – die Durchfahrt für sie verboten ist. Dabei kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen, was vor allem die Fußgänger ärgert. Auch Leser Rick ist genervt. Er schreibt: „Trotz Fahrverbot! Überall rasende Radfahrer am Rhein. Wann unternimmt die Stadt endlich was?“

Wo Fahrradverbot herrscht

Konkret besteht das Fahrverbot für die Fahrräder im oberen Abschnitt etwa zwischen Templerstraße und Fischtorplatz. Dann müssen die Radfahrer ausweichen: „Hier kann der Radverkehr entweder die parallel verlaufende Uferstraße nutzen oder den am Rheinufer gelegenen gemeinsamen Geh- und Radweg“, erklärt der Pressesprecher der Stadt, Ralf Peterhanwahr, im Namen des Fahrradbüros der Stadt. „Der obere Platanenweg ist Fußgängern zum Spazieren und Verweilen vorbehalten.“

Eine ähnliche Regelung gebe es zudem für den Winterhafen auf der unteren Wegeführung in Flussnähe. Überall sonst gelte am Rheinufer „die gemeinsame gleichberechtigte Nutzung der Wege von Rad und Fuß“, so Peterhanwahr. Im Bereich der Rheinstraße und der Rheinallee könnten die Fahrräder alternativ auf der Fahrbahn mitradeln. Weitere Planungen für eine Radinfrastruktur in diesem Bereich seien vorerst jedoch nicht vorgesehen.

Gegenseitig Rücksicht nehmen

Am Rheinufer sei die Fläche begrenzt und gleichzeitig für „verschiedene Nutzungsansprüche und Interessen so attraktiv“, daher gelte es, gegenseitig Rücksicht zu nehmen, so Peterhanwahr. So stünden die Flächen „auf ganzer Breite dem Rad- wie auch Fußverkehr zur Verfügung“. Durch den Wechsel von Asphalt- und Kopfsteinpflasterbereichen könne das Rheinufer auch von mobilitätseingeschränkten Menschen, von Rollstuhlfahrern, mit Rollator und Kinderwagen genutzt werden.

Eine Verbreiterung der Wege sei wegen der gegebenen Verhältnisse nicht möglich: Auf der einen Seite begrenzten die Uferkanten, auf der anderen Grünflächen, Mauern und Bäume den Weg. Kontrollen von „verbotswidrig verhaltenden Radfahrenden“ würden regelmäßig stattfinden, unterstützt von der Polizei. Dass das Fahrrad-Verbotsschild so hoch angebracht ist, sei im Regelwerk vorgegeben. Demnach betrage die Mindesthöhe im Bereich von Gehwegen zwei Meter.

Prinzipiell verweist das Fahrradbüro Mainz auf die Straßenverkehrsordnung. Denn in Paragraf 1 heißt es: „Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.” Für Fahrradfahrer bedeute das eine „angepasste Fahrweise“, vor allem bei höherem Fußverkehrsaufkommen. Was das konkret bedeutet, wie langsam oder schnell sie fahren dürfen, sei jedoch nicht definiert.

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